Die jungen Wilden gewinnen Silber im Vierer - Penkner/Urban werden nach Klasse-Rennen Fünfte

Zeigen stolz ihre Medaillen: Filip Adamski, Urs Käufer, Toni Seifert und Gregor Hauffe

Filip Adamski klatschte mit den Händen aufs Wasser, Gregor Hauffe stand auf und reckte seine Arme in die Höhe. Der Vierer ohne Steuermann hat das schier Unmögliche möglich gemacht: Silber bei der Ruder-Weltmeisterschaft in Eton – 89 Hundertstel Sekunden hinter Olympiasieger England, der seinen Titel erfolgreich verteidigte.

Dabei lagen Filip Adamski, Urs Käufer, Toni Seifert und Gregor Hauffe bei der Streckenhälfte noch auf dem sechsten Rang, über drei Sekunden hinter den Briten. Auf der Strecke hatten sie kaum Probleme mit den schwierigen Bedingungen auf dem Dorney Lake, so dass sie 500 Meter vor dem Ziel „ihren“ Turbo zündeten. Seifert: „Erst haben wir 20 Schläge angezogen, dann 300 Meter vor dem Ziel Vollgas geben.“ Und erst die USA, dann die Niederlande eingeholt. Zum britischen Paradeboot reichte es nicht mehr ganz, dazu war der anfängliche Abstand zu groß.

Was auch nicht schlimm war. Das junge Quartett strahlte nach ihrem Überraschungscoup und genoss die Siegerehrung in vollen Zügen. „Vielleicht ist unser Geheimnis, dass wir jung und wild sind und den zweiten Platz mehr wollten als die anderen“, meinte Gregor Hauffe. Und Urs Käufer ergänzte: „Menschlich und rudertechnisch passen sind wir eine Einheit. Wir verstehen uns super – und wenn es außerhalb harmoniert, dann harmoniert es auch im Boot.“

Ein Klasse-Rennen lieferten auch Andreas Penkner und Jochen Urban im ungesteuerten Zweier, doch wurden sie mit Edelmetall nicht belohnt. Sie wurden Fünfte mit eineinhalb Sekunden Rückstand auf die drittplatzierten Kanadier. Gold ging an Australien, Silber an Neuseeland. Dennoch stellte Penkner fest: „Das war das beste Rennen, das wir bisher im Zweier gefahren sind.“

Penkner/Urban lagen bei der 1.500-Meter-Zeitnahme noch auf dem zweiten Platz und hatten die Medaillen im Blick. „Zwischen 1.200 und 1.700 Meter sind sie über sich hinaus gewachsen“, meinte Coach Christian Viedt. Doch am Ende ging nicht mehr viel. Im Ziel fielen Penkner und Urban sogar erschöpft ins Wasser. „Sie haben halt alles gegeben“, so Viedt, der froh war, dass seine Athleten direkt mit einem Schlauchboot aus dem Wasser gezogen wurden und an Land nach Infusionen schnell wieder auf die Beine kamen.

Vierer-Finish: Der britische Vierer siegt vor Deutschland und den Niederlanden.

Finale im Zweier ohne Steuermann: Andreas Penkner und Jochen Urban kamen als Fünfte ins Ziel.

26.08.06 | von Carsten Oberhagemann