„Mein Ziel ist es, zu den Besten zu gehören“


Eric Johannesen bei seinem letzten Auftritt im Deutschland-Achter beim SH-Netz-Cup 2016.


Kurz zuvor gewann Johannesen mit dem Deutschland-Achter Silber bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.


Vier Jahre zuvor holte Johannesen mit dem Deutschland-Achter Gold bei Olympia 2012 in London. Im Jahr 2020 peilt der werdende Vater seine dritten Olympischen Spiele an.


Nach einem Jahr Pause ist Johannesen wieder mitten drin im Geschehen, hier im Trainingslager in St. Moritz beim Curling.




 

Nach einem Jahr Pause ist Eric Johannesen zurück im Team Deutschland-Achter. Der 29-Jährige will es nochmal wissen und in dieser Saison wieder angreifen. Im Interview verrät der werdende Vater, was ihn antreibt, wie er die Pause genutzt hat und wie das Comeback bislang verlaufen ist.

Hallo Eric, erst einmal herzlichen Glückwunsch, du wirst Vater! Wann ist es so weit?
Eric Johannesen: Danke, Ende Mai ist es soweit. Meine Freundin Kaja und ich freuen uns schon darauf, es wird unser erstes Kind.

Wie glaubst du, wird ein Kind dein Leben verändern?
Eric Johannesen: Ich habe von vielen Seiten gehört, dass es ein großer Einschnitt ist. Da werden sich die Ansichten ein bisschen verändern und ganz sicher auch ein Stück weit das Leben. Auf der einen Seite bin ich gespannt, welche Veränderungen es mit sich bringt, aber auf der anderen Seite bin auch ganz entspannt, denn es ist ein absolutes Wunschkind.

Ändert sich an deinen Comeback-Plänen etwas?
Eric Johannesen: Nein, mein Comeback haben wir auch mit eingeplant, da habe ich die volle Unterstützung meiner Familie. Ich bin ja schon seit Ende September wieder voll im Training. Leider musste ich wegen einer Sehnenscheidenentzündung im Arm bei der Langstrecke in Dortmund im vergangenen Dezember aussetzen, bin stattdessen drei Wochen Rad gefahren. Mit einem Kind wird das Comeback sicher anstrengender, aber ich bin da ganz optimistisch, wir haben eine gute Planung.

Wie hast du deine Auszeit genutzt?
Eric Johannesen: Ich habe das Studium in den Vordergrund gestellt. Das hat viel Spaß gemacht und auch mal ganz gut getan für den Kopf und den Körper. Ich war, angefangen mit den Juniorenweltmeisterschaften, seit 2005 jedes Jahr bei internationalen Wettbewerben unterwegs. Ich habe aus der Pause Kraft und neue Motivation geschöpft. Trotzdem habe ich mich natürlich fit gehalten, einiges an Sport gemacht, auch wenn ich nicht viel im Boot gesessen habe.

Wie ist die Rückkehr bislang gelaufen?
Eric Johannesen: Es ist bis auf die Verletzung vor der Langstrecke gut gelaufen. Ich war vorher immer im regen Kontakt mit Bundestrainer Uwe Bender und wurde jetzt auch wieder gut aufgenommen. Aktuell pendle ich zwischen Hamburg und Dortmund, das bin ich ja von früher gewohnt. Die Arbeit mit den Jungs macht wieder viel Spaß, auch das Trainingslager in St. Moritz war super. Ich will jetzt sehen, wie es in den ersten Qualifikationswettbewerben läuft.

Welche Ziele hast du dir vorgenommen?
Eric Johannesen: Erst einmal will ich mich bei den Qualifikationen im Zweier für den Achter empfehlen. Mein Ziel ist es, zu den Besten zu gehören, wie in den Jahren zuvor. Langfristig habe ich klar Tokio im Blick. Für mich war klar, wenn ich nochmal den Zyklus mitmache, dann will ich auch nochmal zu den Olympischen Spielen. Ich weiß, dass es nicht einfach wird, denn die Jungs im Deutschland-Achter waren stark in der vergangenen Saison, aber ich werde mein Bestes geben. Ich habe mir meine Ziele klar gesetzt und hoffe, dass ich sie erreichen kann.

Wie hast du die Entwicklung des Deutschland-Achters und auch deines Bruders Torben beobachtet?
Eric Johannesen: Mein Bruder macht mich stolz. Ihn im Deutschland-Achter zu sehen, das ist wirklich toll. Ich weiß, es war nicht immer einfach für ihn als mein kleiner Bruder. Da waren immer sofort die Vergleiche da. Er hat sich extrem gut entwickelt, auch gemeinsam mit Johannes Weißenfeld. Die beiden sind aktuell der schnellste Zweier und haben das zuletzt bravourös gemeistert. Auch generell haben alle Jungs im Achter einen tollen Job gemacht. Sie haben sich mit ihrem Willen durchgesetzt, die Saison war eine wahnsinnige Leistung. Davor muss ich auch den Hut ziehen.


20.01.2018 | von Felix Kannengießer