Sieben Neue in der U23-Trainingsgruppe


Max John, Olaf Roggensack und René Schmela (v.l.).


Lukas Föbinger, Johannes Fischer, Henry Hopmann und Oliver Peikert (v.l.).


Olaf Roggensack und René Schmela bei der Langstrecke in Dortmund 2016.


Max John bei der Langstrecke in Dortmund 2016 mit Anton Schulz.


Aktuell befinden sich die U23-Ruderer im Trainingslager in Sabaudia.







 

Die U23-Trainingsgruppe am Dortmunder Ruderleistungsstützpunkt ist im neuen Jahr wieder ein Stückchen größer geworden: Gleich sieben Neue beleben den Konkurrenzkampf der Nachwuchsruderer am Dortmund-Ems-Kanal, die sich zurzeit im Trainingslager in Sabaudia auf die Saison vorbereiten. Zum Einstand verraten Henry Hopmann, Oliver Peikert, Olaf Roggensack, René Schmela, Max John, Lukas Föbinger und Johannes Fischer, wie die ersten Eindrücke sind und was sie sich vorgenommen haben.

Henry Hopmann: Viele Herausforderungen warten
Henry Hopmann ist zum ersten Mal so richtig aus dem Elternhaus raus. Seit Mitte September 2017 wohnt der 18-Jährige in einer Ruder-WG mit Finn Schröder und Jakob Schneider aus dem Team Deutschland-Achter. „Die Leute sind alle nett, aber das Training war schon eine ordentliche Umstellung. Zwei Einheiten pro Tag hatte ich vorher fast nie. Das ist ziemlich stressig und erschöpfend, aber ich gewöhne mich langsam daran“, sagt der Ruderer vom Hanauer HRC.

In Dortmund steht Hopmann nun auf eigenen Beinen, muss neben dem Rudern auch das Studium meistern, gerade hat er sich bei der TU Dortmund für Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben. „Es warten jetzt einige Herausforderungen“, sagt Hopmann, der 2017 Junioren-WM-Bronze im Vierer mit Steuermann gewann: „Es wäre klasse, wenn ich mich in dieser Saison für die U23-Weltmeisterschaften qualifiziere. Zur Europameisterschaft will ich auf jeden Fall.“

Max John: Neuer Lebensabschnitt beginnt
Auch Max John ist schon im September nach Dortmund gezogen. Für den Ruderer vom Olympischen RC Rostock, der seit der achten Klasse auf einem Sportinternat war, beginnt im Ruhrgebiet ein neuer Lebensabschnitt: „Ich werde an der Ruhr-Uni Bochum Biochemie studieren, und auch beim Rudern beginnt für mich eine neue Phase“, sagt der 20-Jährige, der seine Ziele klar formuliert: „Erst will ich mich bei den ersten Leistungsüberprüfungen im Zweier beweisen, dann habe ich mir vorgenommen, mit zur U23-WM zu fahren, am liebsten im Achter.“

Seine ersten Erfahrungen bei der U23-WM hat John bereits im vorigen Jahr gemacht: Im Vierer mit Steuermann ruderte er auf den siebten Platz. „2017 war ein gutes Jahr: Ich habe mein Abitur gemacht und mich ruderisch verbessert“, erzählt er: „Ich erwarte mir nun viel von dem täglichen Training in Dortmund. Die ersten Monate waren beeindruckend, auch die Gruppe ist toll. Ich wurde gut aufgenommen.“

Olaf Roggensack: Junioren-Weltmeister hat große Ziele
Aktuell wohnt John mit Malte Daberkow zusammen, mit Olaf Roggensack zieht im Januar ein weiteres Talent in die Ruder-WG. Der zweifache Junioren-Weltmeister trainierte bislang beim RC Tegel in Berlin und hat sich für den Umzug ins Ruhrgebiet einiges vorgenommen: „Ich will so schnell wie möglich in den A-Kader, um die großen Regatten mitzufahren. In Dortmund ist die Perspektive deutlich besser.“

Aufgeregt ist der angehende Bundespolizist trotzdem: „Es ist schon ein großer Schritt, jetzt ganz eigenständig unterwegs zu sein. Ich bin gespannt auf das, was kommt.“ Erfahrung kann Roggensack schon vorweisen: An der U23-WM hat der 20-Jährige zweimal teilgenommen, dabei 2017 einen sechsten Platz im Vierer ohne Steuermann und 2016 einen fünften Platz im Achter erreicht.

René Schmela: Tapetenwechsel hat gut getan
Lange Jahre Zweierpartner von Roggensack war René Schmela vom Berliner RC, der bereits Ende vergangenen Jahres sein Sack und Pack nach Dortmund verlagert hat. „Es war eine coole Zeit in Berlin, vor allem das Ruderrevier war wunderschön. Aber ein Tapetenwechsel ist auch mal ganz gut“, sagt der 20-Jährige, der in eine Ruder-WG mit Michael Trebbow gezogen ist: „Ich bin in Dortmund gut aufgenommen worden, kannte ja auch schon viele Leute. Ich will nun schauen, wo es ruderisch noch hingehen kann.“

Schmelas großer Traum ist Olympia 2020 in Tokio. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, das weiß auch der Informatik-Student der TU Dortmund, der wie Roggensack zweifacher Junioren-Weltmeister ist: „Ich will hier mein Trainingslevel richtig nach oben bringen. Als erstes Ziel habe ich mir das A-Finale bei den Kleinbootmeisterschaften vorgenommen. Wir sind hier eine große Trainingsgruppe, da können wir uns gegenseitig gut anspornen.“

Johannes Fischer: Große Umstellung gemeistert
Auch Johannes Fischer erhofft sich durch die große Trainingsgruppe einen zusätzlichen Input. Der 20-Jährige aus Magdeburg trainiert seit September in Dortmund mit: „Es macht richtig Spaß. Aber anfangs war das Training von der Intensität und den Umfängen eine große Umstellung für mich. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Es hat sich eingespielt.“

Der ausgebildete Mechaniker, der 2015 bei der Junioren-WM im Achter Bronze holte, beginnt ab dem nächsten Semester ein Maschinenbau-Studium und blickt fokussiert auf die kommenden Aufgaben: „Es ist ein spannendes, neues Kapitel in meinem Leben. Ich habe mir vorgenommen, mich für den U23-Achter zu qualifizieren und mit zur U23-WM zu fahren.“

Lukas Föbinger: Comeback nach zwei Jahren Auszeit
Eine besondere Geschichte zu erzählen hat Lukas Föbinger, der in Dortmund seinen zweiten Anlauf nimmt. Der 20-Jährige vom RC Witten hatte sich eine zweijährige Auszeit vom Leistungsrudern genommen, arbeitete unter anderem in einem Skigebiet in Kanada. Seitdem er in Dortmund Chemie studiert, reizt ihn ein Comeback. „Ich habe in den zwei Jahren alles gemacht, was ich vorher nie machen konnte. Jetzt juckt es mir wieder in den Fingern. Ich will schnell meinen Trainingsrückstand aufholen und Anschluss finden, um mich für die U23-WM zu qualifizieren.“

Bei seinem letzten internationalen Auftritt holte er 2015 bei der Junioren-WM Bronze im Vierer ohne Steuermann. In den vergangenen zwei Jahren hat er sich in der Ruder-Bundesliga fit gehalten. „Körperlich muss ich noch nachlegen, aber ruderisch läuft es schon wieder gut“, berichtet Föbinger: „Ich will es nochmal wissen und glaube, da geht noch was.“

Oliver Peikert: Umzug nach dem Abi
Für Oliver Peikert sind es die ersten Schritte im U23-Nationalteam. Der Nürtinger bastelt aktuell noch daheim an seinem Abitur, ist aber seit Herbst 2017 auch immer wieder am Stützpunkt in Dortmund zu finden. „An den Wochenenden bin ich fast immer da. Wenn ich das Abi in der Tasche habe, will ich auch nach Dortmund umziehen“, erzählt Peikert, der dann Maschinenbau studieren will.

Bei der Junioren-WM im vergangenen Jahr holte Peikert Silber im Vierer mit Steuermann, im U23-Bereich will er an die Erfolge anknüpfen. „Ich will hier den entscheidenden Schritt machen“, sagt der 18-Jährige, der begeistert von den Bedingungen ist: „Das ist hier schon eine ganz andere Nummer. Auch die Gruppe ist super, ich wurde gut aufgenommen. Es ist für mich auch ein Ansporn, hier direkt beim Team Deutschland-Achter zu trainieren. Das ist es, wo ich hin will.“


08.01.2018 | Felix Kannengießer