Tim Schönberg jetzt Trainer am Leistungszentrum Dortmund


Tim Schönberg ist am Ruderleistungszentrum Dortmund angekommen.
Foto: Detlev Seyb

Steckbrief: Tim Schönberg

Durch die Berufung von Ralf Holtmeyer zum leitenden Bundestrainer beim Deutschen Ruderverband wurde am Ruderleistungszentrum Dortmund eine Trainerstelle im „Team Deutschland-Achter“ frei. Diese wurde mit Tim Schönberg neu besetzt, der vom Bundesstützpunkt Hamburg nach Dortmund wechselt. Im Interview äußert sich der 43-Jährige zu seinem neuen Job.

Seit Montag trainieren Sie mit der Mannschaft in Dortmund. Wie kam es dazu, dass Sie nach Dortmund wechseln?
Tim Schönberg: Ralf Holtmeyer hat mich gefragt, ob ich mir grundsätzlich vorstellen kann, in Dortmund als Trainer zu arbeiten. Ich hatte mir im Vorfeld – bedingt durch die neuen Zentralisierungsstrukturen - schon Gedanken über einen Ortswechsel gemacht und das mit meiner Familie abgesprochen. Meine Frau steht voll dahinter. Und in meiner U23-Zeit hatte ich ja schon mehrere Jahre mit Riemenruderern zu tun. Einige von ihnen sind ja auch jetzt im „Team Deutschland-Achter“.

Da kam die Anfrage ja passend...
Tim Schönberg: Ja, es reizt mich sehr, nun Teil des „Team Deutschland-Achter“ zu sein und mich um das sportliche Vorwärtskommen hier in Dortmund zu kümmern. Ich freue mich riesig auf diese Chance. Das ist sportlich, aber auch in Bezug auf die Entfernung zu meiner Familie, die weiter in Norderstedt wohnen bleibt, eine Riesen-Herausforderung. Als Rudertrainer ist man nun einmal viel unterwegs, meine Frau und meine beiden Kinder kennen es nicht anders. Wir nehmen dies gerne für diesen tollen Job in Kauf. Denn als Bundestrainer habe ich nie dieses Gefühl „Ich-muss-zur-Arbeit-gehen“. Das macht vieles leichter.

Beschreiben Sie doch mal Ihren ruderischen Weg.
Tim Schönberg: Bis 2000 war ich zunächst selbst Leistungssportler im Leichtgewichtsbereich. Zunächst bin ich für Finnland gestartet, meine Mutter ist Finnin. 1992 habe ich die bis heute einzige Junioren-Medaille bei einer WM gewonnen: Bronze im Einer. Danach habe ich knapp die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Atlanta verpasst. Seit 1997 bin ich dann für Deutschland gerudert und habe kurz darauf zum Riemenbereich gewechselt. Hier habe ich auch knapp die Olympia-Qualifikation für die Spiele in Sydney im leichten Vierer verpasst.

Ging es nach Ihrer aktiven Karriere nahtlos weiter als Trainer?
Tim Schönberg: Ja, 2000 bin ich direkt Juniorentrainer beim RC Allemannia in Hamburg geworden, fünf Jahre später als Nachfolger von Marcus Schwarzrock dort Sportlicher Leiter. 2013 wurde ich dann vom Deutschen Ruderverband zum Bundestrainer berufen. Hier waren der WM-Titel des U23-Achters sowie die Olympiaqualifikation des Leichtgewichtsvierers für Rio de Janeiro meine größten Highlights. Und als Trainer durfte ich dann auch zum ersten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen.

13.12.17 I Interview: Carsten Oberhagemann