Rückkehrer und Aufrücker sorgen für neue Konkurrenz


Die Athleten aus dem Deutschland-Achter haben das Training wieder aufgenommen.


Neu im Kader ist Michael Trebbow (re.), hier im Zweier mit Arne Schwiethal bei der Langstrecke 2016 in Dortmund.


Eric Johannesen ist zurück im Team Deutschland-Achter und trainiert wieder fleißig.


Seinen letzten großen Auftritt hatte Eric Johannesen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, wo er mit dem Deutschland-Achter die Silbermedaille gewann.




 

Das Ruderjahr hat für die WM-Fahrer aus dem Team Deutschland-Achter nach rund einem Monat Pause gerade erst begonnen, und schon wartet jede Menge Arbeit auf die Athleten. Die harten Trainingsmonate im Winter stehen bevor, ebenso wie die ersten Wettkämpfe im Zweier und am kommenden Wochenende noch einmal ein Auftritt im Großboot bei BaselHead, wo gleich vier deutsche Achter starten. „Das war schon eine längere Pause, jetzt gilt es für alle, möglichst schnell wieder in den Rhythmus zu kommen“, sagt Bundestrainer Uwe Bender, der selbst nach der WM noch an einer Trainerkonferenz in den USA teilgenommen hat.

Die vergangene Saison mit der Siegesserie, der Weltbestzeit und dem Weltmeister-Titel für den Deutschland-Achter war grandios, ist jetzt aber nur noch Vergangenheit. Alle Ruderer müssen sich neu beweisen und im Winter wieder bedingungslos quälen. „Es ist nicht so, dass wir jetzt komplett von Null starten, aber wir müssen uns wie am Anfang jeder Saison erst einmal sortieren“, sagt Bender. Da könnten die Karten auch neu gemischt werden, zumal ein Rückkehrer und ein Aufrücker für neue Konkurrenz sorgen.

Trebbow und Johannesen komplettieren den Kader
Neu im Kader ist Michael Trebbow. Der Weltmeister im U23-Achter (2015) und Junioren-Zweier (2013) ist aus dem U23-Kader aufgestiegen. Eric Johannesen kennt den A-Kader hingegen wie seine Westentasche. Der Olympiasieger von London und Silbermedaillen-Gewinner von Rio kehrt nach einem Pausenjahr zurück. Zurzeit trainiert er mit Anton Braun in Berlin und bald wieder am Ruderleistungszentrum in Dortmund. Auch Felix Drahotta, der sich in der vergangenen Saison vermehrt auf die Ausbildung konzentriert hatte, will wieder angreifen, ebenso wie alle anderen Ruderer, die in der vergangenen Saison nicht den Sprung in den WM-Kader geschafft hatten, dafür jetzt aber einen kleinen Trainingsvorsprung haben.

Reinhardt fällt nach Knie-OP aus
„Insgesamt ist der Kreis wieder etwas größer geworden“, sagt Bender: „Wir werden sehen, wo es im Verlauf des Winters von der Leistung her hingeht.“ Nicht mehr mit dabei ist Clemens Ernsting, der sich vorerst auf Beruf und Familie konzentrieren will. Christopher Reinhardt, der bei der WM mit dem Vierer ohne Steuermann ins A-Finale ruderte, muss eine längere Zeit etwas kürzertreten. Denn nach einer überstandenen ersten Knie-OP muss nun auch am anderen Knie ein Eingriff vorgenommen werden. Mit einer Rückkehr ist bei ihm erst im nächsten Jahr zu rechnen.

Sechs Neue bei der U23
Auch die U23-Ruderer wollen und dürfen sich in den kommenden Wochen beweisen. „Wir hoffen schon, dass sich wieder einige junge Ruderer für höhere Aufgaben empfehlen. Der junge Vierer und der Zweier mit Steuermann haben ja bei der WM bewiesen, zu was die Talente im Stande sind“, sagt Bender. Im U23-Kader gab es ebenfalls Veränderungen: Neben Trebbow hat auch Benedikt Müller den Kreis verlassen. Dennoch hat sich der Kader insgesamt vergrößert: Henry Hopmann, Johannes Fischer, Lukas Föbinger, Max John, Olaf Roggensack und René Schmela sind neu am Ruderleistungsstützpunkt Dortmund.

Auch der Nachwuchs startet in Basel
„Alle wollen zeigen, was sie können und wo sie hingehören. Der Kader ist groß, ich bin auf die Leistungen gespannt. Die ersten Ergebnisse waren erfreulich“, sagt U23-Trainer Peter Thiede, der bereits zum Kraft- und zum Stufentest gebeten hat. Der U23-Bereich wird auch am kommenden Wochenende nach Basel reisen und zwei von vier deutschen Achtern stellen. Thiede: „Die Jungs sind heiß darauf, sich mit dem A-Kader zu messen.“

14.11.2017 I von Felix Kannengießer