Akkus aufgeladen: Weltmeister starten in die Saison


Die Athleten vom Team Deutschland-Achter haben wieder mit dem Training begonnen.


Vorher hatten die Sportler nach der langen Saison und dem Gewinn des WM-Titels einmal Zeit durchzuatmen. Johannes Weißenfeld hat die Zeit im Kreis der Familie verbracht.


Aktuell sind die Ruderer, hier Jakob Schneider und Hannes Ocik, in Zweiern unterwegs.


Nächste Woche geht es mit vier Achtern nach Basel.




 

Rund einen Monat nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft im amerikanischen Florida herrscht am Ruderleistungszentrum Dortmund wieder ordentlich Betrieb. Die Athleten haben Anfang der Woche das Training unter Uwe Bender aufgenommen und düsen aktuell einmal täglich im Zweier über den Dortmund-Ems-Kanal. Die freie Zeit davor haben alle genutzt, um nach der erfolgreichen wie anstrengenden Saison einmal richtig durchzuatmen, damit es nun mit vollen Kräften wieder weitergehen kann.

„Für mich war die freie Zeit wichtig, um das Geschehene zu verarbeiten. Es hat es eine ganz Weile gedauert, bis ich realisiert habe, was wir da geschafft haben“, sagt Jakob Schneider, der in seiner ersten vollen Saison im Deutschland-Achter alle Titel mitgenommen hat: „Ich hatte damals von den 2006er-Weltmeistern ein Plakat im Zimmer, jetzt habe ich das auch erreicht. Für mich war es eine unfassbar lehrreiche Saison. Daran will ich anknüpfen.“

Gold beim Essener Herbst-Cup
Seinen Urlaub hat er mit Familie und Freunden verbracht, um auf andere Gedanken zu kommen. Die Riemen hat er aber nur zwei Wochen in der Ecke stehen lassen, dann zog es Schneider wieder ins Ruderboot, wo er mit dem Achter des Ruderklubs am Baldeneysee Gold beim Essener Herbst-Cup holte. Sein Zweier-Partner Hannes Ocik hingegen hat die freie Zeit ganz ohne Rudern genossen. „Dafür war es jetzt umso angenehmer, wieder im Boot zu sitzen – trotz der Temperaturen“, sagt Ocik, der nach dem WM-Titel in Florida nach New York geflogen ist und anschließend auf einer Karibik-Reise die Akkus aufgeladen hat: „Das hat richtig gut getan.“

Auch Johannes Weißenfeld hat sich nach der Weltmeisterschaft noch etwas von Amerika angeschaut und in Miami die Sehenswürdigkeiten mitgenommen. „Ansonsten stand aber Heimaturlaub an. Während der Saison habe ich meine Familie wegen des vielen Trainings und der Wettkämpfe ja kaum gesehen“, sagt er: „Ich habe die Zeit genossen, freue mich jetzt aber auch wieder aufs Rudern.“

„Haben uns alle viel vorgenommen“
Die Ruderer sind gleich wieder gefordert. Schon in der kommenden Wochen steht in Basel die erste Regatta der neuen Saison an. Das Team Deutschland-Achter wird mit vier Großbooten in die Schweiz reisen. Danach beginnt die harte Winter-Trainingsphase, erst am Ruderleistungszentrum in Dortmund inklusive sechs Kilometer Langstrecke auf dem Ems-Kanal und ab dem 27. Dezember im Trainingslager in St. Moritz. „Wir wollen alles geben, um wieder optimal voranzukommen“, sagt Ocik. Weißenfeld pflichtet ihm bei: „Ich denke, wir haben uns alle für den Winter etwas vorgenommen, wollen an die Leistungen der vergangenen Saison herankommen und noch ein bisschen besser werden.“

09.11.2017 I von Felix Kannengießer