Goldene Krönung: Deutschland-Achter feiert WM-Titel in Sarasota


Da rissen sie die Arme in die Höhe
: Die Ruderer aus dem Deutschland-Achter direkt nach der Zieldurchfahrt.


Die Erfolgscrew: Martin Sauer, Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Johannes Weißenfeld, Torben Johannesen, Maximilian Planer und Felix Wimberger.


Gruppenbild mit den USA (Silber) und Italien (Bronze).


Die Zieleinlauf im Achter-Finale.


Ein halbe Bootslänge betrug der Vorsprung des grünen Achters vor dem US-Achter.
Fotos: Detlev Seyb


Weltmeister-Selfie.


Sie rissen die Arme nach der Zieldurchfahrt in die Höhe, jubelten ausgelassen bei der Siegerehrung und warfen am Ende Steuermann Martin Sauer ins Wasser: Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger, Johannes Weißenfeld und Martin Sauer feierten mit dem Deutschland-Achter den Gewinn des Weltmeistertitels in Sarasota (USA) sehr ausgelassen.

„Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, freute sich Torben Johannesen. „Ich bin noch voller Adrenalin. Das wird ein bisschen dauern, bis ich realisiere, was heute abgelaufen ist“, sagte Hannes Ocik. Und Johannes Weißenfeld ergänzte: „Das war ein sehr guter Einstieg in die Olympiasaison bis Tokio. So kann es weitergehen.“ Auch Bundestrainer Uwe Bender suchte direkt nach dem Gold-Coup die Nähe zur Mannschaft und genoss es, die deutsche Nationalhymne zu hören: „Das ist nun das i-Tüpfelchen auf eine ganz tolle Saison. Ich bin sehr stolz darauf, wie wir sie abgeschlossen haben.“ Der WM-Titel in Florida ist nach dem EM-Erfolg, dem Aufstellen der neuen Weltbestzeit sowie den Triumphen in Henley und Luzern die goldene Krönung dieses außergewöhnlichen Ruderjahres für das Flaggschiff des deutschen Sports.

Aufgrund des aufkommenden Seitenwindes hatte die Fairness-Kommission des Weltverbandes Fisa die Bahnverteilung vor den Finalrennen geändert und das deutsche Boot auf Bahn sechs – der Wind zugewandten Seite - gesetzt. Letztlich hatte der Seitenwind aber keine große Auswirkung auf den Rennverlauf. Der Deutschland-Achter gab gewohnt das Tempo vor und erarbeitete sich schnell einen Vorsprung von einer halben Bootslänge. Zunächst konnte noch Neuseeland folgen, nach der Streckenhälfte aber setzte sich die deutsche Crew entscheidend auf eine knappe Länge vor den USA ab. Der Gastgeber gab, angefeuert von den Zuschauern auf der ausverkauften Tribüne, noch einmal alles. „Das hat auch uns noch mal extrem gepusht und nach vorne gebracht“, sagte Johannes Weißenfeld, dessen Team mit der einer halben Länge vor den USA gewann. Bronze ging an die Italiener, die sich gegen die Niederlande behaupteten.

Weitere Stimmen:
Uwe Bender: „Die Entschlossenheit der Mannschaft hat den Ausschlag gegeben. Wir hatten über die Saison Selbstvertrauen getankt und wollten von Beginn an das Rennen ins die Hand nehmen und den anderen Mannschaften Druck geben, damit sie hohes Tempo gehen müssen. Das ist uns gelungen. Wir sind mit einer halben Länge in Führung gegangen, die Mannschaft hat gekämpft und sich den verdienten Titel geholt.“
Felix Wimberger: „Die Erwartungshaltung war groß – von außen, aber von uns selbst. Die ersten fünf Schläge sind wir auf Steuerbord hängen geblieben. Aber ab dem sechsten Schlag haben wir gemerkt, dass wir richtig gut vorankommen und deutlich schneller sind als die anderen Boote. Nach der 1.000-Meter-Marke waren wir eine Länge vorn – da war klar, das Ding geben wir nicht mehr her. Wir fighten jeder für den anderen und geben immer – jeden Tag – alles. Das hat sich jetzt ausgezahlt.“
Johannes Weißenfeld: „Ich hatte schon auf den ersten 500 Metern ein gutes Gefühl. Über die Strecke konnten wir uns noch weiter absetzen, so dass wir im Endspurt die nötige Ruhe hatten und das Ding voll durchziehen konnten. Das ist der absolute Wahnsinn.“
Hannes Ocik: „Es ist ein Beginn, aber wir müssen noch weiter bis Tokio steigern. Ich denke, dass wir mit den Briten, die ja nur im B-Finale waren, den schlafenden Löwen geweckt haben. Da wird noch einiges auf uns zukommen, aber wir sind gewappnet.“
Torben Johannesen: „Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Die Drucksituation war unbeschreiblich. Wir sind vorne schnell raus und haben über die Mitte einen abgefackelt. Da konnte keiner unser Tempo halten. Wir haben uns gesagt, wer mit uns mitgeht, der muss am Ende büßen. Und für uns hat es am Ende gereicht.“

WM-Ergebnisse:
Achter, Finale: 1. Deutschland-Achter (Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger, Johannes Weißenfeld, Steuermann Martin Sauer) 5:26,58 Minuten, 2. USA 5:28,45, 3. Italien 5:28,90, 4. Niederlande 5:29,23, 5. Rumänien 5:31,41, 6. Neuseeland 5:34,00.

30.09.17 I von Carsten Oberhagemann