Letzter Schritt auf dem Weg zur Weltmeisterschaft


Nach fünf Trainingstagen in Dortmund geht es für den Achter, den Vierer ohne und den Zweier  mit Steuermann nach Ratzeburg.


Der Deutschland-AChter reist mit viel Selbstvertrauen in das letzte WM-Trainingslager.


Bundestrainer Uwe Bender zeigt sich optimistisch: "Die Saison ist gut gelaufen."


Die Vierer-Crew ist ein echtes Team geworden.


Bundestrainer Christian Viedt will mit seinen Jungs in Ratzeburg den nächsten Schritt machen.


 

Für das „Team Deutschland-Achter“ geht es in großen Schritten auf die Weltmeisterschaften in Sarasota (USA) zu: Nach fünf Trainingstagen am Ruderleistungsstützpunkt in Dortmund reist die Mannschaft am heutigen Montag in das dritte und finale WM-Trainingslager nach Ratzeburg. Nachmittags stehen für den Achter, den Vierer ohne und den Zweier mit Steuermann die ersten Einheiten auf dem Küchensee an.

Der Deutschland-Achter fährt mit einem guten Gefühl nach Ratzeburg. In Völkermarkt hat das Team um Steuermann Martin Sauer bei bestem Wetter das volle Pensum durchgezogen, zudem mit Radfahren und Wandern für Abwechslung sorgen können. „Außerdem sind alle gesund geblieben. Das Trainingslager in Österreich war sehr positiv, wir haben nochmal eine Schippe drauf gelegt“, meint Bundestrainer Uwe Bender. In Ratzeburg steht nun die wettkampfspezifische Vorbereitung an.

„Von der Trainings- in die Wettkampfbelastung“
Nachdem zuletzt die Umfänge auf das Höchstmaß gesteigert wurden, wird das Pensum in Schleswig-Holstein etwas heruntergefahren. Dafür geht es bei den zwei Einheiten pro Tag umso intensiver zu: Trainiert wird ausschließlich im Achter, mit höheren Frequenzen bis hin zur 2.000-Meter-Renndistanz. „Jetzt geht es los mit den höheren Geschwindigkeiten, ich freue mich auf diesen schnellen Teil der Vorbereitung. Wir kommen jetzt von der Trainings- in die Wettkampfbelastung“, erklärt Bender. Außerdem stehen Relationsrennen gegen die anderen nationalen Boote auf dem Programm.

Achter-Crew mit viel Selbstvertrauen
Dort wird sich in Zahlen zeigen, wie sehr sich die harten Trainingswochen ausgezahlt haben. Mit den fünf Regatta-Erfolgen im Rücken blickt Bender positiv auf das letzte Trainingslager: „Aus den Siegen und der guten Vorbereitung können wir Selbstvertrauen schöpfen, die Saison ist gut gelaufen. Alle wollen auch die letzten beiden Rennen erfolgreich gestalten. Dafür müssen wir uns in Ratzeburg jetzt noch einmal komplett auf das Rudern konzentrieren. Ich bin optimistisch, alle ziehen an einem Strang.“

Vierer hat deutliche Fortschritte gemacht
Für den Vierer ohne Steuermann stand in den vergangenen Wochen vor allem das Zusammenspiel der Crew um Paul Gebauer, Christopher Reinhardt, Laurits Follert und Wolf-Niclas Schröder auf dem Programm. Follert ist nach einer Verletzung erst beim letzten Weltcup dazu gestoßen, mittlerweile hat sich der Vierer als Team eingespielt. „Wir haben gut trainiert und deutliche Fortschritte gemacht, ich bin bislang zufrieden mit der Vorbereitung. Wir müssen aber noch einen weiteren Schritt machen“, sagt Bundestrainer Christian Viedt.

Auch für den Vierer gilt es nun, die Vorgaben bei schnellerem Tempo und über die Wettkampfdistanz umzusetzen. „In Völkermarkt sind wir noch nicht voll gefahren, haben dafür viel für die Grundlagen gemacht. Das ist natürlich ermüdend für Körper und Geist. Je näher die Weltmeisterschaft rückt, desto mehr haben die Jungs Bock auf Geschwindigkeit“, sagt Viedt und betont: „Der Fokus liegt aber aktuell noch auf dem Training, nicht auf der WM. Wir müssen weiter hart arbeiten.“

Messbootfahrten im Zweier mit Steuermann
Der Zweier mit Steuermann hat zuletzt in Völkermarkt einige Schritte nach vorne gemacht, konnte mit den anderen Nationalbooten mithalten und reist mit ordentlichen Werten nach Ratzeburg. In Dortmund standen für Malte Großmann, Finn Schröder und Steuermann Jonas Wiesen noch einmal Messbootfahrten an, um an den letzten Rädchen zu drehen. „Da haben wir schwarz auf weiß sehen können, was gut läuft und woran wir noch arbeiten müssen“, sagt Bundestrainer Peter Thiede und lobt: „Die Jungs arbeiten gut und verbessern sich Stück für Stück.“

Das Trio hofft nach dem Sieg beim Weltcup-Finale in Luzern auch bei der WM in den USA auf eine Medaille. „Wir kennen die Gegner nicht, aber wir wollen dranbleiben. Die Entwicklung spricht für die Jungs. Sie müssen jetzt weiter konzentriert arbeiten und zeigen, dass sie auch mit zunehmender Schlagfrequenz ihre Leistung bringen“, so Thiede. Auch Steuermann Wiesen ist optimistisch: „Wir arbeiten gut zusammen und fahren mit einem guten Gefühl nach Ratzeburg.“

04.09.17 I von Felix Kannengießer