Maximilian Planer: Ohne Fleiß kein Preis


Selbstbewusst: Maximilian Planer beim aktuellen Team-Fotoshooting.


Mit Felix Wimberger verbindet Planer nicht nur die Zweier-Partnerschaft, sondern eine echte Freundschaft.


Auch im Deutschland-Achter ruden die beiden zusammen.


Das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes hat mit Planer eine tolle Siegesserie hingelegt.


Auch für die Zukunft ist Planer optimistisch, sein Motto: Jeder ist seines Glückes Schmied.


 

Seit Jahren gehört Maximilian Planer zu den diszipliniertesten Sportlern im „Team Deutschland-Achter“ und in der Vorbereitung stets zu den konstantesten. Der Fleiß hat sich ausgezahlt: In dieser Saison ist ihm zum zweiten Mal der Sprung in das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes gelungen – Planer ist Teil der Mannschaft, die in dieser Saison im Achter noch unbesiegt geblieben ist. Dafür hat der 1,98-Meter große Athlet hart gearbeitet, auch wenn ihm gute Gene schon in die Wiege gelegt wurden.

Planers Eltern gehörten im Junioren-Bereich zur Weltspitze, sein Vater war danach Übungsleiter beim Bernburger Ruderclub. „Als kleiner Knirps war ich deswegen oft beim Training oder Wettkämpfen dabei, aber anfangs nur passiv“, sagt Planer. Aktiv spielte er zunächst lieber Fußball direkt neben dem Bootshaus, bis es ihn zu den ersten wackeligen Versuchen aufs Wasser trieb. „Ein paar Monate habe ich dann noch beides parallel gemacht, aber das Rudern hat mir schnell mehr Spaß gebracht“, erzählt der 26-Jährige.

Mit 14 Jahren auf die Sportschule
Ein Grund waren die Erfolge, die Planer direkt in seinen ersten Ruderjahren einfuhr und die ihn dazu motivierten, immer weiter zu kommen. Und so zog es das ehrgeizige Talent schon mit 14 Jahren in eine Sportschule nach Magdeburg. Ein wichtiger Schritt, denn Planer nutzte den Ortswechsel und nabelte sich ab, nur noch am Wochenende ging es manchmal nach Hause zurück. In Magdeburg teilte er sich stattdessen fünf Jahre lang mit Clemens Ernsting ein Zimmer und konzentrierte sich voll auf den Spagat zwischen Schule und Leistungssport.

„Ich wollte wissen, wie weit ich es bringen kann“, erinnert sich Planer, der aufgrund des Ortswechsels vorübergehend auch den Verein wechselte: „Die Rahmenbedingungen in der Sportschule waren toll und dem Magdeburger Sportclub habe ich viel zu verdanken, aber der Bernburger Ruderclub ist immer mein Heimatverein geblieben.“ Und so wechselte er mit zwei Junioren-Weltmeister-Titeln (2008 im Achter, 2009 im Doppelvierer) und dem Abi in der Tasche nach seinem Umzug nach Dortmund 2011 auch wieder zurück zum BRC.

„Jeder ist seines Glückes Schmied“
Am Ruderleistungsstützpunkt stiegen für Planer die Anforderungen noch einmal an. Doch nach kurzer Anlaufzeit lief es für den Journalistik-Studenten der TU Dortmund auch im Ruhrgebiet. Nach dem vierten Platz 2011 sprang ein Jahr später U23-WM-Silber im U23-Achter heraus. Von da an ging es steil bergauf. „In Dortmund mitzutrainieren hat mir noch einmal einen richtigen Aufschub gegeben, hier herrscht eine andere Trainingsphilosophie“, sagt der trainigsfleißige Planer: „Ich brauche morgens beim Aufstehen einen Tritt in den Hintern, aber ansonsten bin ich immer motiviert und versuche, alles aus mir rauszuholen. Jeder ist seines Glückes Schmied.“

Mit „Wimbo“ auf einer Linie
Mit seinem Ruderpartner Felix Wimberger liegt er da voll auf einer Linie: „Wimbo ist noch disziplinierter als ich und treibt mich immer an.“ Seit dem Sprung als U23-Talent in den A-Kader sitzt er mit Wimberger im Zweier, seitdem verbindet die beiden eine echte Freundschaft. Gleich im ersten Jahr wurden sie im Vierer ohne Steuermann bei der EM in Sevilla Dritter und durften mit zur WM nach Chungju in Südkorea. „Das war sensationell. Ich habe alles aufgesaugt und unheimlich viel mitgenommen aus dieser Zeit“, sagt Planer, der nie auf eine Bootsklasse versteift war: „So wie es kommt, nehme ich es. Ich gebe ohnehin immer mein Bestes.“

Dämpfer bei Olympia
Das brachte ihn 2014 erstmals in den Deutschland-Achter, wo er Europameister und Vize-Weltmeister wurde. Vor Olympia in Rio wurde es dann doch der Vierer für Planer, obwohl er mit Wimberger unter den besten vier Zweiern war. „Die Trainer haben die Kriterien anders ausgelegt, das kann passieren. Ich habe dann nicht mehr viel auf den Achter geschaut, sondern hatte richtig Bock auf die Mission im Vierer. Es waren dann ja auch gute Jahre, bis auf den Dämpfer am Ende. Daran hatte ich zu knabbern“, sagt Planer. Der Traum von Olympia ging zwar in Erfüllung, bei den Spielen in Rio sprang im kurzfristig umbesetzten Vierer aber nur der zwölfte Platz heraus. Danach war eine kurze Auszeit nötig.

Die beste Saison der Karriere
Doch Planer raffte sich wieder auf, nahm im nacholympischen Jahr die Herausforderung neu an, qualifizierte sich für den Deutschland-Achter und legt aktuell die beste Saison seiner Karriere hin. „Ich bin stolz, dass ich nach Rio weitergemacht habe und mich neu motiviert habe. Nach Olympia war es schwierig, aber jetzt macht es wieder richtig Spaß“, sagt Planer, der sich in der Freizeit auch mit einem Buch ganz gut ablenken kann. Nach fünf Regatta-Erfolgen in Serie samt Europameistertitel und Weltbestzeit liegen nun die Weltmeisterschaften in Florida vor dem Deutschland-Achter.

„Die Mannschaft ist super harmonisch, wir verstehen uns gut und arbeiten hart. Wir wollen unsere Serie bei der WM natürlich fortsetzen, das wäre ein Meilenstein“, sagt Planer. Was danach kommt, darüber macht er sich noch nicht zu viele Gedanken: „Ich werde meine Bachelor-Arbeit schreiben und beim Rudern von Jahr zu Jahr schauen. Der Fokus liegt voll auf der Weltmeisterschaft.“

Auf die Eltern ist immer Verlass
Auch danach wird er aber sicher weiter sein Bestes geben, so wie schon als kleiner „Knirps“ – dazu haben nicht nur die guten Gene beigetragen, sondern ebenso die guten Ratschläge der Eltern. Auch wenn Planer nie wirklich unter seinem Vater trainiert hat („Das hätte nicht funktioniert“), ist er seinen Eltern unendlich dankbar: „Bei ihnen war es eine gute Mischung: Sie haben mich nie zum Leistungssport gedrängt und mich trotzdem immer unterstützt. Sie haben mir oft in Momenten geholfen, wo ich einen Rat gebraucht oder an mir gezweifelt habe. Auch sportlich haben sie mir einiges mitgegeben.“

01.09.17 I von Felix Kannengießer