Trainingslager, wo andere Urlaub machen: „Recht angenehm“


Der Deutschland-Achter mal aufgeteilt in zwei Vierern.


Torben Johannesen, Richard Schmidt, Malte Jakschik und Johannes Weißenfeld in dem einen Vierer...


...und Felix Wimberger, Jakob Schneider, Hannes Ocik und Maximilian Planer in dem anderen Vierer.


Entspannung zwischendurch muss auch mal sein: Malte Jakschik und Johannes Weißenfeld.


Ablegeprozedere vor der Trainingseinheit am Nachmittag.


Seit vier Tagen hat das Team Deutschland-Achter im Trainingslager in Völkermarkt die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Sarasota (USA) fortgesetzt. Zwei bis drei Trainingseinheiten stehen hier täglich auf dem Programm: Rudern, Radfahren, Krafttraining und Gymnastik – schweißtreibende Arbeit dort, wo andere Urlaub machen. Malte Jakschik, der hier in Kärnten schon zum dritten Mal mit dem Deutschland-Achter trainiert, im Interview:

Wie läuft das Trainingslager an in der Urlaubsregion von Kärnten?
Malte Jakschik: Ich finde das Training hier recht angenehm, gerade weil es so eine Urlaubsatmosphäre ist. Hier kann man sich einerseits voll aufs Training konzentrieren. Und wenn wir zurück ins Hotel kommen, haben wir Abstand davon. Dann können wir uns erholen und regenerieren. Mit dem Badesee direkt am Hotel ist es ideal zum Entspannen zwischendurch.

Hast Du denn schon mal die Wassertemperatur getestet?
Malte Jakschik: Ich wollte eigentlich gleich am ersten Tag reinhopsen. Aber das Flugzeug hatte Verspätung und wir kamen erst abends hier an. Das habe ich dann aber am zweiten Tag nachgeholt. Ja, das Wasser ist ein bisschen kälter als im vergangenen Jahr, aber absolut okay.

Wo liegen die Trainings-Schwerpunkte im mittleren von drei Trainingslagern in der WM-Vorbereitung?
Malte Jakschik: Nachdem wir in Dortmund noch einmal die Umfänge hochgeschraubt haben und versucht haben, die Physis zu optimieren, befinden wir uns in einer Art Übergangsphase. Hier kommen jetzt die Schnelligkeitsstrecken dazu, aber wir haben immer wieder auch noch lange Ausdauereinheiten dazwischen.

Wie gefällt dir das Trainingsrevier?
Malte Jakschik: Ich finde es hier zur Vorbereitung richtig gut. Wir können je nach Wind in zwei Richtungen fahren. Man hat nie ein Wetter, bei dem gar nichts geht – außer es kommt mal ein Gewitter, aber das zieht dann auch schnell weiter. Radfahren können wir hier gut, der Kraftraum ist ordentlich ausgestattet, das Essen ist hervorragend. Die Gegebenheiten passen bestens und wir kommen gut voran. Ich bin guter Dinge, was den weiteren Verlauf des Trainingslagers betrifft.

Motiviert dich die Atmosphäre mit den Bergen im Hintergrund zusätzlich? Und wie ist die Stimmung in der Truppe?
Malte Jakschik: Wir waren - mit Wettkampf-Unterbrechungen - monatelang in Dortmund. Da tut es gut, mal einen Ortswechsel zu haben. Ich komme immer wieder gerne hierher nach Kärnten. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist konstant gut in dieser Saison. Da gibt es nichts zu meckern.

Eineinhalb Monate vor der WM: Verschwendest du schon mal einen Gedanken an Florida?
Malte Jakschik: Bislang – ehrlich gesagt - noch nicht. Wenn man auf dem Wasser trainiert, hat man natürlich im Kopf, dass man weiterkommen will. Prinzipiell, wie es dort laufen kann und was uns dort erwartet, darüber mache ich mir keine Gedanken. Bislang hatten wir ja auch noch nicht die wettkampfspezifischen Strecken, anhand derer wir ableiten können, wie wir drauf sind.

Die Saison verlief bislang sehr erfolgreich. Sind denn trotzdem Fortschritte erkennbar?
Malte Jakschik: Wir hatten schon während der Regatten in der ersten Saisonhälfte immer das Gefühl, noch genug Potenzial zu haben. Und das wollen wir in den nächsten eineinhalb Monaten aus uns rausholen. Das ist die Kunst, sich nicht damit zufrieden zu geben, sondern immer weiter an sich zu arbeiten. Von daher bin ich sehr optimistisch.

11.08.17 I Interview: Carsten Oberhagemann