Der Vierer fährt wieder in Original-Besetzung


Laurits Follert ist zurück im Vierer ohne Steuermann.


Das Quartett hat sich schnell eingespielt...


...und beim ersten gemeinsamen Auftritt beim Weltcup in Luzern das B-Finale gewonnen.


Aktuell wird am Ruderleistungsstützpunkt in Dortmund trainiert.


Trainer Christian Viedt hat den Umfang auf drei Einheiten pro Tag hochgeschraubt.


Das Quartett will die lange Vorbereitungszeit nutzen, das große Ziel sind die Weltmeisterschaften.

 

Seit dem Weltcup-Finale in Luzern tritt der Vierer ohne Steuermann in seiner Original-Besetzung an: Laurits Follert komplettiert nach einer Rippenprellung das junge Quartett, das sich bei den Weltmeisterschaften in Sarasota (USA) das A-Finale vorgenommen hat. Bis dahin hat der Vierer noch viel Arbeit vor sich. An erster Stelle steht das Zusammenspiel.

Fünf Wochen war Follert wegen seiner Verletzung raus, an seiner Stelle ruderte Finn Schröder an der Seite von Paul Gebauer, Christopher Reinhardt und Wolf-Niclas Schröder. Der Vierer machte seine Sache gut, wurde EM-Siebter und holte beim Weltcup in Posen Bronze. Mit dem physisch starken Follert erhofft sich Trainer Christian Viedt einen „extra Schuss Power“. Doch durch die Umbesetzung müsse die Crew in der WM-Vorbereitung neben dem Grundlagen-Training vor allem „am Miteinander im Boot, an der Gleichmäßigkeit arbeiten“, so Viedt. Den ersten Schritt dazu hat das Quartett bereits beim Weltcup-Finale in Luzern gemacht.

Follert musste Geduld beweisen
Von Rennen zu Rennen steigerte sich der Vierer, lernte, seine Kräfte besser einzuteilen. Am Ende wurde das A-Finale zwar knapp verpasst, dafür aber das B-Finale souverän gewonnen. Das war nach der kurzen gemeinsamen Vorbereitungszeit alles andere als selbstverständlich. „Ich habe etwas gebraucht, um wieder reinzukommen. Die Wettkämpfe haben mir gefehlt“, erzählt Follert, der während seiner Verletzungszeit Geduld beweisen musste und sich mit Radfahren fit hielt: „Die Physis musste ich erst wieder aufbauen, aber ich habe zum Glück nicht viel eingebüßt. Jetzt wollen wir die lange Vorbereitungszeit auf die WM nutzen. Dieses Ziel hat mir die Kraft gegeben, diese Zeit durchzuhalten.“

Vierer arbeitet am Zusammenspiel
Erst am 24. September steigen die Weltmeisterschaften. Aktuell trainiert das Quartett am Dortmunder Ruderleistungsstützpunkt. Im ersten von drei WM-Trainingslagern haben die Vier viele Kilometer miteinander im Boot gesessen, ab der nächsten Woche sollen im österreichischen Völkermarkt noch mehr dazu kommen. „Wir wollen unseren Ruderstil noch besser aufeinander anpassen“, sagt Gebauer, der sich über Follerts Comeback freut: „Er bringt richtig PS mit. Mit Finn waren wir sehr konstant, da müssen wir jetzt Schritt für Schritt wieder hinkommen.“

Gute Freunde, gutes Team
Alle der Ruderer sind optimistisch, dass der Vierer bis zur WM auf einer Wellenlänge fährt. „Wir haben schon in kurzer Zeit ein gutes Niveau erreicht und steigern uns von Einheit zu Einheit“, sagt Reinhardt. „Unser Vierer hat richtig Potential. Ein großer Vorteil ist, das wir gute Freunde sind und uns schon lange kennen. Wir verstehen uns gut und halten zusammen“, verrät Follert, der mit Gebauer im Junioren-Achter 2013 WM-Gold holte und Reinhardts Zweier-Partner ist: „In der Zeit, in der ich nicht im Boot saß, habe ich mich auch nie ausgeschlossen gefühlt. Ich war immer Teil der Mannschaft.“

Schröder: „WM ist die Motivation“
Dass die Vier ein echtes Team sind, ist auf wie neben dem Wasser zu sehen. Nur beim Spielen auf der Playstation fliegen schon mal die Fetzen. Die Ablenkung muss hin und wieder sein, immerhin haben die Ruderer aktuell dreimal am Tag Training, nur jeder dritte Nachmittag ist frei. „Es ist sicher eine harte Zeit, aber da müssen wir jetzt durch. Und wenn das Boot gut läuft, dann macht es ja auch Spaß. Das Training mit den Jungs macht richtig Laune“, findet Reinhardt. Wolf-Niclas Schröder meint: „Die Umfänge sind schon sehr hoch, die Einheiten intensiv – aber wir wissen ja wofür wir das machen. Die WM ist unsere Motivation. Wir wollen das Training nutzen.“

Klares Ziel vor Augen
Dass keiner der Vier das 21. Lebensjahr überschritten hat, sieht das Quartett eher als Vorteil. „Wir alle haben richtig Bock auf den Vierer ohne Steuermann. Und mit der Drucksituation gehen wir entspannt um“, sagt Reinhardt. Ein offizielles Ziel für die Weltmeisterschaften ist noch nicht ausgemacht, der Vierer hat aber einen klaren Wunsch vor Augen. Reinhardt spricht ihn aus: „Das A-Finale wäre eine tolle Geschichte, damit hätten wir mit unserem jungem Team schon etwas erreicht.“ 

 

01.08.17 I von Felix Kannengießer