Richard Schmidt: „Wir haben den richtigen Willen“


Richard Schmidt im Interview.


Schmidt (3. v. re.) beim Weltcup-Finale in Luzern im Deutschland-Achter...


...und nach dem Sieg glücklich mit der Weltcup-Trophäe in den Händen.


Drei Einheiten pro Tag, nur jeden dritten Nachmittag frei – für die Ruderer aus dem Team Deutschland-Achter hat mit dem Trainingslager am Dortmunder Leistungsstützpunkt die harte Vorbereitungsphase auf die Weltmeisterschaften in Sarasota begonnen. Was die Erfolge vom Saisonbeginn jetzt noch bedeuten, wie sich die Mannschaft auszeichnet und wie die Ruderer die erhöhte Belastung wegstecken, verrät Richard Schmidt aus dem Deutschland-Achter im Drei-Fragen-Interview.

Ihr seid unbesiegt durch die Saison gegangen, habt den Europameistertitel abgeräumt, die Weltbestzeit geknackt und den Weltcup geholt. Mit welchem Gefühl geht ihr in die WM-Vorbereitung?
Schmidt: Das gibt schon einen Schub. Ich wusste, dass wir in dieser Saison eine ausgewogene Mannschaft haben, eine gute Mischung zwischen jungen und erfahrenen Ruderern. Im Training hat es auch von Beginn an gut ausgesehen. Dass wir aber mit so deutlichen Siegen in die Saison eingestiegen sind, damit war nicht unbedingt zu rechnen. Beim Weltcup-Finale in Luzern war es gegen Australien knapper, aber wir haben uns trotzdem durchgesetzt. Wir haben eine charakterstarke Mannschaft, die auch den richtigen Willen hat. Unsere große Stärke ist die mannschaftliche Geschlossenheit.

Wie groß ist der Vorsprung vor den anderen Nationen?
Schmidt: Wir haben die WM noch nicht gewonnen. Wenn wir in die USA nach Sarasota anreisen, geht es nach der langen Vorbereitung für alle Nationen wieder von vorne los. Es ist gut, dass wir diese Ergebnisse geholt haben und sicher auch wichtig für das Selbstbewusstsein. Aber wir müssen jetzt weiter hart arbeiten. Es gibt auch noch Schwächen, die wir abstellen wollen. Wenn wir das schaffen, bin ich optimistisch, dass wir bei der Weltmeisterschaft vorne mitfahren werden.

Wie blickst du auf die harte Vorbereitungszeit bis zur WM?
Schmidt: Das ist natürlich eine bescheidene Phase, die knallhart für uns wird. Jetzt werden die Einheiten und die Umfänge hochgeschraubt. Aber jeder weiß, wofür wir das machen: Für den Erfolg bei der WM. Das gehört dazu, durch so eine Phase musst du einfach durch. Da kommt sicher jeder von uns an seine Belastungsgrenze, aber das ist ja auch so gewollt. Der Tag beginnt früh und wenn ich dann ab 18.30 Uhr zu Hause bin, ist es auch schwierig zu entspannen. Aber da wir aktuell in Dortmund unser Trainingslager haben, ist es ganz schön, abends noch ein paar Stunden mit meiner Freundin verbringen zu können und zum Beispiel gemeinsam etwas zu kochen.

26.07.17 I von Felix Kannengießer