Müde, aber siegreich: Deutschland-Achter fährt ins Rotsee-Finale


Vorlaufsieg in Luzern: der Deutschland-Achter gab trotz müder Beine...


...Vollgas von Beginn an.


Achter-Start vor traumhafter Kulisse in den Schweizer Alpen.


Im zweiten Anlauf ins Halbfinale: der Vierer ohne Steuermann.


Mut machen vor dem Start (v.r.): Paul Gebauer, Christopher Reinhardt, Laurits Follert und Wolf-Niclas Schröder.


Verpasste den Halbfinal-Einzug: der Zweier ohne Steuermann.


Heute Test, morgen Finale: der Zweier mit Steuermann.
Bilder: Detlev Seyb


Die Doppelbelastung zehrt an den Kräften, aber der Deutschland-Achter bleibt in der Erfolgsspur. Die Recken aus dem deutsche Paradeboot fuhren im Vorlauf beim Weltcup in Luzern den neunten Saisonsieg ein und zogen auf direktem Weg ins Finale am Sonntag (15.03 Uhr) ein. „Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden. Jetzt ist die Regeneration das allerwichtigste. Der eine Tag, den wir jetzt mehr Ruhe haben, ist entscheidend“, sagte Bundestrainer Uwe Bender.

Es ist eine besondere Herausforderung, der sich die Modellathleten in dieser Woche stellen: Vier Rennen innerhalb von acht Tagen muss die Crew bestreiten. Kurz nach dem Sieg bei der Henley Royal Regatta folgt das Kräftemessen bei der WM-Generalprobe auf dem Luzerner Rotsee. Dazu kommt neben der Wettkampfbelastung und der Reisestrapazen noch die Hitze bei rund 30 Grad in der alpinen Bergwelt mit Sonnenschein pur. „Hier sind wir in einer besonderen Position. Die Beine sind müde, uns fehlt die Frische, die wir von anderen Rennen kennen. Das ist alles andere als normal“, meinte Hannes Ocik.

Renngeschehen diktiert
Trotz all der Begleitumstände diktierte das deutsche Ausnahmeboot das Renngeschehen, ging in Führung und baute diese vor dem britischen Achter kontinuierlich aus. Nach 1.500 Metern lag der deutsche Achter vorentscheidend mit einer Bootslänge vorn. Der direkt Finaleinzug war sicher, so dass die Mannschaft im Gegensatz zu den Verfolgern nicht mehr alles geben mussten und Körner für Sonntag sparen konnten.

„Wir haben das Rennen nach hinten raus kontrolliert. Mit der Leistung können wir unter den gegebenen Möglichkeiten zufrieden sein. Wichtig ist nun, dass wir nun 48 Stunden Zeit haben, uns zu erholen“, ergänzte Ocik. Mit Großbritannien sowie Australien und den Niederlanden stehen drei von fünf Gegner für das Finale (Sonntag, 15.03 Uhr) fest. „Da werden wir ordentlich gefordert sein. Ich denke, dass wir schon zufrieden sein können, wenn wir hier auch knapp gewinnen“, sagte Steuermann Martin Sauer.

Vierer: Über Hoffnungslauf ins Halbfinale
Der Vierer ohne Steuermann hat mit dem Umweg über den Hoffnungslauf den Einzug ins Halbfinale perfekt gemacht. Nach Platz vier im Vorlauf rappelten sich Paul Gebauer, Christopher Reinhardt, Laurits Follert und Wolf-Niclas Schröder auf und fuhren im Hoffnungslauf auf den zweiten Platz.

Im Vorlauf war der Vierer nach einer guten ersten Streckenhälfte und einer Führung an der 1.000-Meter-Marke noch auf den fünften Platz zurückgefallen. Besser lief es am Nachmittag. Hier lag das Quartett bis 1.500 Metern in Front, musste dann aber den russischen Vierer passieren lassen. Der Angriff der aufkommenden Boote aus Großbritannien und den Niederlanden konnte noch abgewehrt werden - und das Halbfinal-Ticket war im zweiten Anlauf gelöst.

Zweier verpasst Halbfinale
Das gesteckte Ziel „Halbfinale“ verpasste hingegen der Zweier ohne Steuermann. Finn Schröder und Anton Braun kamen im Vor- und im Hoffnungslauf nicht über Rang vier hinaus. Im Vorlauf waren die Boote aus Neuseeland, Frankreich und Rumänien schneller, im Hoffnungslauf am Nachmittag kamen sie nicht an Frankreich, Großbritannien und Spanien vorbei. Damit endet die Regatta für das neu zusammengesetzte Duo bereits einen Tag früher als geplant. Das C-Finale wird am Samstag um 11.05 Uhr ausgefahren.

Testrennen vor dem morgigen Finale für den gesteuerten Zweier
Ein Testrennen für das Finale am Samstag (16.15 Uhr) bestritten Rene Stüven, Malte Großmann und Jonas Wiesen im Zweier mit Steuermann. Das Trio lag bei seinem ersten Rennen in dieser ungewohnten Bootsklasse auf der Strecke bis zur 1.500-Meter-Marke in Führung, kam schließlich knapp hinter dem spanischen Boot ins Ziel. Im Finale werden die Karten neu gemischt, zumal noch der australische Zweier hinzukommen wird.

Ergebnisse, Weltcup in Luzern:
Achter, Vorlauf: 1. Deutschland-Achter (Hannes Ocik, Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider, Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger, Johannes Weißenfeld, Steuermann Martin Sauer) 5:35,04 Minuten, 2. Großbritannien 5:36,13, 3. Italien 5:38,03, 4. Polen 5:42,54, 5. Russland 5:43,25.
Vierer ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Spanien 5:56,26 Minuten, 2. Südafrika 5:57,09, 3. Australien 2 5:59,09, 4. Russland 6:09,87, 5. Deutschland (Paul Gebauer, Christopher Reinhardt, Laurits Follert, Wolf-Niclas Schröder) 6:15,59, 6. Kanada 6:15,78.
Vierer ohne Steuermann, Hoffnungslauf: 1. Russland 6:10,13 Minuten, 2. Deutschland (Paul Gebauer, Christopher Reinhardt, Laurits Follert, Wolf-Niclas Schröder) 6:10,60, 3. Großbritannien 2 6:10,66, 4. Niederlande 2 6:11,05, 5. Litauen 6:17,12.
Zweier ohne Steuermann, Vorlauf: 1. Neuseeland 1 6:28,42 Minuten, 2. Frankreich 1 6:34,39, 3. Rumänien 1 6:58,84, 4. Deutschland (Finn Schröder, Anton Braun) 7:00,26, 5. Neuseeland 2 7:03,76.
Zweier ohne Steuermann, Hoffnungslauf: 1. Frankreich 2 6:56,14 Minuten, 2. Großbritannien 6:59,17, 3. Spanien 7:02,49, 4. Deutschland (Finn Schröder, Anton Braun) 7:05,27, 5. Schweiz 7:06,90.
Zweier mit Steuermann, Testrennen: 1. Spanien 7:35,58 Minuten, 2. Deutschland (Rene Stüven, Malte Großmann, Steuermann Jonas Wiesen) 7:37,14, Australien DNS

07.07.17 I von Carsten Oberhagemann