Deutschland-Achter: Mit „Doppelpack-Belastung“ nach Luzern


Bei der Henley Royal Regatta konnte der Deutschland-Achter deutlich den Sieg holen und noch einmal Selbstvertrauen für Luzern tanken.


Stolz posierten die Sieger vor dem"Grand Challenge Cup", direkt danach ging es zurück nach Deutschland.


Bundestrainer Uwe Bender hat am Ruderleistungsstützpunkt in Dortmund auch auf Regeneration gesetzt, damit die Ruderer wieder mit vollen Kräften in Luzern angreifen können.


Die Ruderer von Team Deutschland-Achter fahren mit breiter Brust zum Weltcupfinale.
Bilder: Merijn Soeters


Auch der Vierer geht mit einigen Ambitionen in Luzern ins Rennen, Laurits Follert ist zurück im Boot.

Seit Dienstag ist das Team Deutschland-Achter nach dem deutlichen Sieg bei der Henley Royal Regatta wieder auf dem Dortmund-Ems-Kanal unterwegs. Viel Zeit zur Rast bleibt nicht: Schon am Donnerstag geht es weiter zum nächsten Wettkampf. Im schweizerischen Luzern steht ab Freitag das Weltcup-Finale an. „Für uns ist das ein Doppelpack von der Renn- und Reisebelastung“, sagt Bundestrainer Uwe Bender: „Es ist ungewohnt, aber wir werden das hinkriegen.“ Der Optimismus kommt nicht von ungefähr, immerhin ist der Deutschland-Achter in dieser Saison noch unbesiegt und will seine beeindruckende Serie fortsetzen.

Die traditionsreiche Regatta auf dem Rotsee ist für die Ruderer der Abschluss der ersten Wettkampfphase und gleichzeitig die WM-Generalprobe, die eine gute Gelegenheit bietet, noch einmal die Kräfte mit den anderen Nationen zu messen. Danach geht es von Trainingslager zu Trainingslager, bevor Ende September die Weltmeisterschaften in Sarasota/Florida (USA) stattfinden. Dementsprechend gehen in Luzern zehn Achter an den Start, einzig die USA und Kanada – hier läuft die Mannschaftsbildung noch – bleiben zu Hause.

Sieg bei Henley Royal Regatta beflügelt
Bei der Henley Royal Regatta untermauerte der Deutschland-Achter seine glänzende Form und ließ weder Neuseeland noch Großbritannien eine Chance. Das beflügelt. In Luzern rechnet Bender auch mit dem EM-Dritten aus den Niederlanden. Beim zweiten Weltcup in Posen haben die Holländer ausgesetzt, jetzt schicken sie gleich zwei Boote an den Start. „Es wird eine interessante Regatta, wir wollen am Ende vorne stehen“, so Bender.

Los geht es am Freitag Mittag mit dem Vorlauf. In zwei Rennen qualifizieren sich jeweils die ersten beiden Boote direkt für das Finale, die anderen müssen in den Hoffnungslauf. „Wir wollen das schon im Vorlauf regeln“, stellt Bender klar, der seine Mannschaft lobt: „Taktisch und rudertechnisch ist das Zusammenspiel sehr gut. Wenn wir wieder das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben und eine gute Leistung abrufen, wird das Ergebnis stimmen.“

Er macht aber auch deutlich, dass es darauf ankommen wird, wie die Mannschaft die Doppelbelastung von zwei Regatten hintereinander verpacken wird. Denn alle anderen Nationen reisen mit einer Vorbelastung von maximal einem Rennen an, einzig der Deutschland-Achter musste zwei volle am vergangenen Wochenende bestreiten. „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und müssen konsequent weiter an uns arbeiten. In dieser Woche stand aber auch viel Regeneration auf dem Plan. Das ist sehr wichtig“, sagt Bender: „Sportlich hat uns Henley die Erkenntnis gebracht, dass wir immer noch deutlich vorne sind. Das ist beruhigend und gibt Selbstvertrauen.“

WM-Quali ist oberstes Ziel für den Vierer
Auch der Vierer ohne Steuermann fährt mit Ambitionen zum Weltcup: Das junge Quartett hat sich das A-Finale vorgenommen. Minimalziel ist jedoch Platz neun, der zur WM-Qualifikation reichen würde. Dabei fährt der Vierer erstmals in Originalbesetzung mit dem wieder genesenen Laurits Follert statt Finn Schröder. Seit dem Weltcup in Posen, wo der Vierer zu Bronze ruderte, haben sich Follert, Wolf-Niclas Schröder, Paul Gebauer und Christopher Reinhardt gemeinsam eingefahren.

„In Posen haben die Jungs eine gute Leistung gezeigt. Wir können nicht erwarten, dass es nach der Umbesetzung sofort genau so funktioniert. Die Vorergebnisse im Training waren allerdings gut“, sagt Bundestrainer Christian Viedt: „In Luzern können die Vier nun den Beweis antreten, dass es im Wettkampf ebenso gut klappt.“ Die Qualifikation für das Finale wird diesmal aufgrund der großen Meldeliste von 19 Booten allerdings etwas schwieriger als vor drei Wochen in Posen.

Neue Besetzungen im Zweier mit und ohne Steuermann
Finn Schröder rückt aus dem Vierer in den Zweier ohne Steuermann mit Anton Braun, weil Felix Drahotta bis Herbst pausiert, um sich auf seine Ausbildung zu konzentrieren. Das Ziel ist mindestens der zwölfte Platz, der zur WM-Quali reichen würde. Im Zweier mit Steuermann dürfen sich René Stüven und Malte Großmann beweisen, als Steuermann reist Jonas Wiesen aus dem U23-Trainingslager in Ratzeburg an. Komplettiert wird der Kader durch Malte Daberkow als Ersatz.


Das Team Deutschland-Achter startet in dieser Besetzung beim Weltcup in Luzern / Schweiz (7.-9. Juli):
Deutschland-Achter (Vorlauf: Freitag, ab 13.05 Uhr; Finale: Sonntag, 15.03 Uhr): Hannes Ocik (Schweriner RG), Richard Schmidt (RV Treviris Trier), Malte Jakschik (RV Rauxel), Jakob Schneider (Ruderklub am Baldeneysee), Torben Johannesen (RC Bergedorf Hamburg), Maximilian Planer (Bernburger RC), Felix Wimberger (Passauer RV), Johannes Weißenfeld (RC Westfalen Herdecke), Steuermann Martin Sauer (Berliner Ruder-Club)
Vierer ohne Steuermann (Vorlauf: Freitag, ab 10.25 Uhr; Halbfinale: Samstag, ab 14.26 Uhr; Finale: Sonntag, 11.18 Uhr): Paul Gebauer (Potsdamer RC Germania), Christopher Reinhardt (RV Dorsten), Laurits Follert (Crefelder RC), Wolf-Niclas Schröder (Ruder-Union Arkona Berlin)
Zweier ohne Steuermann (Vorlauf: Freitag, ab 8.30 Uhr; Halbfinale: Samstag, ab 13.44 Uhr; Finale: Sonntag, 10.33 Uhr): Finn Schröder (Lübecker RG), Anton Braun (Berliner RC)
Zweier mit Steuermann (Bahnverteilungsrennen: Freitag, ab 15.00 Uhr; Finale: Samstag, 16.32 Uhr): Malte Großmann (RC Favorite Hamburg), René Stüven (RV Emscher), Steuermann Jonas Wiesen (RG Treis-Karden)

05.07.17 I von Felix Kannengießer