Deutschland-Achter will an EM-Erfolg anknüpfen


Volle Konzentration und Motivation: Die Crew des Deutschland-Achters, hier Hannes Ocik und Richard Schmidt, ist heiß auf den Weltcup in Posen.


Der Deutschland-Achter kommt als frisch gebackener Europameister nach Polen.


Für die junge Besetzung im Vierer ist es der zweite Auftritt auf internationalem Parkett.


Die Ersatzleute rücken in Posen in den Zweier: Malte Großmann und René Stüven.

In Europa hat sich der Deutschland-Achter mit dem fünften EM-Titel in Folge die Krone aufgesetzt, ab Freitag stellt sich erstmals in diesem Jahr die Konkurrenz aus Übersee vor. Beim Weltcup in Posen will das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes an den starken Auftritt bei der EM anknüpfen. „Auf europäischer Ebene haben wir gute Leistungen gezeigt, nun wollen wir sehen, wo wir insgesamt stehen“, sagt Bundestrainer Uwe Bender.

Zum ersten Mal in dieser Saison trifft der Deutschland-Achter in Posen auf Neuseeland und Australien, die Bender beide als harte Gegner einschätzt. Außerdem an den Start gehen die Achter von Gastgeber Polen, der bei der EM Silber gewann, und Großbritannien. Der Olympiasieger von der Insel war bei der EM als Olympiasieger mit dem fünften Platz hinter seinen Möglichkeiten geblieben. In veränderter Besetzung wollen die Briten nun erneut angreifen. „Die Abstände bei der EM waren beruhigend groß, aber wir sind uns bewusst, dass es von Rennen zu Rennen enger wird“, sagt Bender: „Wir müssen auf uns gucken und weiter konzentriert arbeiten.“

Erster Weltcup in diesem Jahr
Für den Deutschland-Achter wird es der erste Weltcup in diesem Jahr, in Belgrad Anfang Mai hatte der DRV auf eine Meldung verzichtet. In Serbien siegten vor gut einem Monat die Niederländer, die wiederum in Posen nicht mit dabei sind, ebenso wie der zweitplatzierte russische Achter. Trotz des Verzichts auf den ersten Weltcup läuft der Deutschland-Achter schon richtig gut. „Im Endeffekt fahren wir ja auch schon seit vergangenem November in Basel mit fast der gleichen Formation. Die Jungs sind viele Kilometer zusammen gerudert und haben gut zueinander gefunden. Alle ziehen an einem Strang“, sagt Bender: „Das ist momentan unsere große Stärke.“

Auch jetzt steht Stein auf Stein: Vor dem Weltcup nutzten die Ruderer die Uni-freie Zeit und haben zehn Tage hintereinander zusammen am Ruderleistungsstützpunkt in Dortmund trainiert. „Alle sind hochmotiviert, jeder fordert und unterstützt den anderen“, lobt Bender: „Jetzt wollen wir an die EM anknüpfen und uns weiter verbessern. Bei der EM sind wir von vorne gut losgefahren, diesmal müssen wir auch hinten heraus das Rennen konzentriert zu Ende fahren.“

Junger Vierer will sich beweisen
Für den jungen Vierer wird der Weltcup in Posen der erst zweite internationale Auftritt im A-Bereich. Bei der Europameisterschaft waren Paul Gebauer, Christopher Reinhardt, Finn Schröder und Wolf-Niclas Schröder um wenige Zehntelsekunden im Halbfinale ausgeschieden, deuteten ihr Potential aber mit dem Sieg im B-Finale an. „Die Jungs haben gut gerudert, nur die Platzierung war nicht optimal. Unter den Umständen haben sie es gut gemacht“, sagt Bundestrainer Christian Viedt. Der Vierer hatte vor seinem EM-Debüt nur ein Wochenende gemeinsam trainiert.

Mittlerweile liegen über zwei Wochen dazwischen und Viedt bescheinigt seiner jungen Truppe eine gute Entwicklung: „Sie zeigen Ehrgeiz, wollen immer besser werden. Für die Jungs geht es erst einmal darum, Wettkampf-Erfahrung auf dem internationalen Parkett zu sammeln und ihre Form zu steigern. Doch das Finale sollte diesmal das Ziel sein.“ In Posen gehen neun weitere Vierer an den Start, darunter Großbritannien, Holland und Polen, aber auch Australien, Argentinien und China.

Umbesetzung im Zweier
Im Zweier gibt es nach der Europameisterschaft eine Umbesetzung. Felix Drahotta hat sich aufgrund seiner Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für Hochvolt und Systemtechnik dazu entschieden, bis Herbst eine Wettkampfpause einzulegen. Stattdessen werden die Ersatzleute René Stüven und Malte Großmann beim Weltcup in Posen antreten – sofern im Vierer und im Achter alle Mann gesund bleiben. Beim nächsten Weltcup in Luzern (7.-9. Juli) übernehmen dann Anton Braun und Finn Schröder den Zweier, während Laurits Follert nach seiner Verletzung zurück in den Vierer kehren soll.


Das Team Deutschland-Achter startet in dieser Besetzung beim Weltcup in Posen / Polen (16.-18. Juni):
Deutschland-Achter (Bahnverteilungsrennen: Samstag, 12.32 Uhr; Finale: Sonntag, 13.48 Uhr): Hannes Ocik (Schweriner RG), Richard Schmidt (RV Treviris Trier), Malte Jakschik (RV Rauxel), Jakob Schneider (Ruderklub am Baldeneysee), Torben Johannesen (RC Bergedorf Hamburg), Maximilian Planer (Bernburger RC), Felix Wimberger (Passauer RV), Johannes Weißenfeld (RC Westfalen Herdecke), Steuermann Martin Sauer (Berliner Ruder-Club)
Vierer ohne Steuermann (Vorlauf: Freitag, ab 12.55 Uhr, Hoffnungslauf: Samstag: 11.32 Uhr; Finale: Sonntag: 11.33 Uhr): Paul Gebauer (Potsdamer RC Germania), Christopher Reinhardt (RV Dorsten), Finn Schröder (Lübecker RG), Wolf-Niclas Schröder (Ruder-Union Arkona Berlin)
Zweier ohne Steuermann (Vorlauf: Freitag, ab 11 Uhr; Halbfinale: Samstag, ab 11.20 Uhr; Finale: Sonntag, 10.48 Uhr): Malte Großmann (RC Favorite Hamburg), René Stüven (RV Emscher)

14.06.17 I von Felix Kannengießer