Martin Sauer: „Wir haben noch einiges zu tun“


Letzte Motivation vor dem Rennen: Martin Sauer und Hannes Ocik bei der EM.


Gratulation nach dem EM-Sieg: Martin Sauer und Bundestrainer Uwe Bender.




Martin Sauer ist seit 2009 Steuermann des Deutschland-Achters und hat das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes schon zu so einigen Erfolgen gesteuert, zuletzt beim EM-Sieg in Racice (Tschechien). Im Interview verrät der 34-Jährige, wie gut die neu zusammengestellte Mannschaft zueinander gefunden hat, wie er die internationale Konkurrenz einschätzt und wie es weitergeht. Drei Fragen an... Martin Sauer.

Gleich im ersten Wettbewerb EM-Gold, wie rund lief der Deutschland-Achter schon?
Sauer: Stand jetzt war es nicht schlecht – das ist ja auch am Ergebnis abzulesen. Die Mannschaft hat hart gearbeitet, um auf diesem Niveau zusammenzukommen. Wir können für den Moment zufrieden sein, haben aber noch einiges zu tun.

Wie hast du die internationale Konkurrenz wahrgenommen?
Sauer: Manche Mannschaften sind stabil zusammen geblieben, wie Polen, die Niederlande oder Russland. Bei ihnen hat sich, auch von der Besetzung, wenig geändert. Andere hatten einen größeren Umbruch, wie Großbritannien. Ansonsten war Rumänien auffällig. Das ist traditionell eine starke Achternation. Die Rumänen haben in dieser Saison einiges verändert, jetzt waren sie trotz ihres schlechten Finalrennens eine Überraschung. Am Ende zählt es aber, uns auf die Dinge zu konzentrieren, die wir selbst beeinflussen können. Dazu gehören die Leistungen des Gegners nicht. Wir wissen jetzt ungefähr, wo wir stehen. Die anderen wissen es auch. Ich erwarte, dass sich viele Mannschaften über das Jahr noch erheblich weiterentwickeln.

Als nächstes stehen für euch die Weltcups Mitte Juni in Posen und im Juli in Luzern an. Mit welchem Gefühl geht ihr in die nächsten Wettbewerbe?
Sauer: Ich verlasse mich ungern auf Gefühle, sie täuschen meistens. Der EM-Sieg war schön, das Rennen ist aber abgehakt. Die Gegner lassen sich bestimmt nicht noch einmal so leicht übertölpeln. Trotzdem gibt mir die Bereitschaft der Mannschaft, weiter hart an der eigenen Leistung zu arbeiten, ein positives Gefühl auch weiterhin erfolgreich sein zu können.

02.06.17 I von Felix Kannengießer