Entscheidung auf dem Elfrather See


Waren bei der Langstrecke in Leipzig ganz vorne: Johannes Weißenfeld und Torben Johannesen.


In Leipzig Zweiter, wollen Richard Schmidt und Malte Jakschik diesmal ganz oben aufs Treppchen.


Gehen als Titelverteidiger an den Start: Felix Drahotta und Anton Braun.


Felix Wimberger und Maximilian Planer haben sich das Finale vorgenommen.


Fährt jetzt mit Jakob Schneider zusammen: Hannes Ocik.




Die Spannung steigt, am Wochenende wird in Krefeld über die olympische Distanz von 2000 Metern der schnellste Zweier Deutschlands gesucht. Von Freitag bis Sonntag treten die Ruderer bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften auf dem Elfrather See um den Titel an, aber auch um eine gute Ausgangslage bei der Vergabe der Rollsitze für die nationalen Boote zu haben. Nach Krefeld gibt es mit der Hügelregatta in Essen (13./14.5.) nur noch eine Chance, sich vor der Bootsbildung zu beweisen.

„Die Kleinbootmeisterschaften sind nicht zwingend der letzte Schritt zur Bootsbildung, aber sie können ein entscheidender werden“, erklärt Bundestrainer Uwe Bender. Neben den Ergebnissen von Krefeld spielen die Erkenntnisse aus dem Langstreckenfahren und dem Ergometertest in Leipzig sowie die persönlichen Eindrücke des Trainerteams Bender und Christian Viedt eine Rolle, wer am Ende in welchem Boot sitzt, wenn es Ende Mai auf die Europameisterschaften im tschechischen Racice zugeht. „Vorher könnten wir bei der Hügelregatta noch einmal etwas probieren. Wir werden uns aber erst einmal nach den Kleinbootmeisterschaften zusammensetzen und die Ergebnisse analysieren“, so Bender.

Großes Favoritenfeld
Einen ersten Fingerzeig, in welche Richtung es gehen könnte, hat das Streckenfahren am vergangenen Sonntag auf dem Fühlinger See in Köln gebracht. Dort waren größtenteils die Ruderer vorne, die schon in Leipzig überzeugt hatten. Außerdem zeigten sich Anton Braun und Felix Drahotta, der bei der Langstrecke wegen eines Infektes passen musste. Die beiden gehören als Titelverteidiger in Krefeld zum großen Favoritenkreis.

Das Duo Johannes Weißenfeld und Torben Johannesen will es ebenso nach vorne schaffen wie Malte Jakschik/ Richard Schmidt aus dem Silber-Achter von Rio und Alexander Diedrich/ Felix Brummel, die in Leipzig auf den ersten drei Plätzen landeten und innerhalb von drei Sekunden blieben. Doch die Motivation ist bei allen im Team Deutschland-Achter groß. „Die Boote sind eng beieinander, das Rennen ist offen“, meint Bender: „Für alle gilt es, jetzt fokussiert zu sein und im Wettkampf Kampfkraft und Einsatz zu zeigen.“

Zwei neue Zweier-Paarungen
Um mit vollen Kräften anzugreifen, haben die Athleten des Teams Deutschland-Achter unter der Woche nur dosiert trainiert. Jeder konnte nochmal an den kleinen Stellschrauben drehen. Drei Paarungen haben sich im Vergleich zur Langstrecke in Leipzig noch verändert. Leon Schandl hat seine Krankheit überstanden und fährt wieder mit Marc Leske, der als Krefelder ein Heimspiel hat. Jakob Schneider, dessen Partner Clemens Ernsting eine Saison Pause einlegt, rudert mit dem Schlagmann des Rio-Achters Hannes Ocik. Dafür teilt sich Finn Schröder mit Malte Großmann ein Boot und René Stüven fährt bei den Kleinbootmeisterschaften Einer.

Sechs Boote kommen ins Finale
„Wir wollten noch einmal neue Impulse setzen“, erklärt Bender die Umbesetzungen und hofft auf gutes Wetter in Krefeld: „Wir wünschen uns gute Bedingungen, damit jeder Ruderer auch seine beste Leistung zeigen kann, und wir Trainer die Ergebnisse fair einschätzen können.“ Insgesamt gibt es 23 Meldungen für die Zweier-Konkurrenz, die Boote werden nach den Leistungen in Leipzig gesetzt. Der erste von vier Vorläufen findet am Freitag um 15.45 Uhr statt. Nur der erstplatzierte Zweier qualifiziert sich direkt für das Halbfinale (Sa., ab 16.40 Uhr), die anderen Boote müssen es in den Hoffnungsläufen unter die ersten Zwei schaffen, um weiterzukommen. Das große Finale mit den sechs besten Zweiern steigt am Sonntag um 10.55 Uhr.


Der Zeitplan für die männliche Zweier-Konkurrenz bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften:
Freitag (21.4.): 15.45 – 16.00 Uhr (Vorläufe)
Samstag (22.4.): 11.10 – 11.25 Uhr (Hoffnungsläufe) und ab 16.40 Uhr (Halbfinals)
Sonntag (23.4.): 10.55 (A-Finale)

Die Meldeliste mit allen Zweier-Besetzungen:

  • Anton Braun / Felix Drahotta (Berliner RC / RTHC Bayer Leverkusen)
  • Malte Jakschik / Richard Schmidt (RV Rauxel / RV Treviris Trier)
  • Johannes Weißenfeld / Torben Johannesen (RC 'Westfalen' Herdecke / RC Bergedorf)
  • Maximilian Planer / Felix Wimberger (Bernburger RC / Passauer RV)
  • Malte Daberkow / Björn Birkner (Olympischer RC Rostock / RC Rheinfelden)
  • Christopher Reinhardt / Laurits Follert (RV Dorsten / Crefelder RC)
  • Jakob Schneider / Hannes Ocik (RK am Baldeneysee / Schweriner RG )
  • Peter Kluge / Nico Merget (Celler RV/ Frankfurter RG 'Germania')
  • Malte Großmann / Finn Schröder (RC Favorite Hammonia / Lübecker RG)
  • Felix Brummel / Alexander Diedrich (RV Münster / RG Treis-Karden)
  • Leon Schandl / Marc Leske (Rgm.Bessel-RC / Crefelder RC)
  • Johannes Dirk Rentz / Benedikt Oliver Müller (RC 'Hansa', Dortmund / RV Dorsten)
  • Lukas Geller / Daniel Tkaczick (Crefelder RC / RC Germania Düsseldorf)
  • Jakob Gebel / Anton Schulz (Crefelder RC / RC Germania Düsseldorf)
  • Olaf Roggensack / René Schmela (RC Tegel / Berliner RC)
  • Paul Schröter / Tom Christofzik (RK am Wannsee / RU Arkona Berlin)
  • Florian Reinecke / Arne Schwiethal (RC 'Allemannia Hamburg / Ratzeburger RC)
  • Maximilian Bierwirth / Michael Trebbow (Koblenzer RC Rhenania / RV Wandsbek)
  • Wolf Niclas Schröder / Paul Gebauer (RU Arkona Berlin / Potsdamer RC Germania)
  • Simon Klose / Marc Kammann (RG 'Hansa' Hamburg / Germania RC)
  • Max John / Benjamin Leibelt (Olympischer RC Rostock / Stralsunder RC)
  • Paul Gralla / Friedrich Dunkel (Alster-Ruderverein Hanseat)
  • Marcel Teckemeyer / Paul Seiters (Osnabrücker Ruder-Verein)

20.04.17 I von Felix Kannengießer