Vom Ruder-Schnupperkurs zu Olympia


Torben Johannesen in seinen Anfangsjahren als Ruderer...


...und heute als Mitglied des Teams Deutschland-Achter.

Alle Teile der Serie:
Mein erstes Mal...

 

Torben Johannesen ist ein Hamburger Jung', im Bezirk Bergedorf hat er auf der idyllischen Dove-Elbe das Rudern erlernt. Anfangs hatte er ein wenig Scheu, ins Boot zu steigen. Doch nachdem er das erste Rennen seines großen Bruders Eric, Olympiasieger von 2012, gesehen hatte und Torben Johannesen dann auch noch in der Tageszeitung auf eine Anzeige für einen Ruder-Schnupperkurs gestoßen war, packte es auch den damals 10-Jährigen. „Ich wollte es unbedingt mal probieren. Eigentlich war ich ein bisschen klein, aber ich durfte trotzdem mitmachen. Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht“, erinnert er sich.

Aktuell pendelt der 22-Jährige zwischen Hamburg und Dortmund, wo er am Ruderleistungsstützpunkt mit dem Team Deutschland-Achter trainiert. Auch bei seinem Heimatverein Ruder-Club Bergedorf lässt er sich regelmäßig blicken, zumal auch seine Eltern und sein Bruder dort rudern. Dort sind sie mächtig stolz auf den Olympia-Fahrer von Rio. „Der RC Bergedorf ist ein besonders familiärer Club, hier kennt jeder jeden, es gibt knapp 200 Mitglieder“, erzählt Johannesen: „Ich habe immer viel Unterstützung erfahren, vor allem die ältere Generation engagiert sich für den Leistungssport. Die brennen richtig dafür.“


Mein erstes Mal (im Ruderboot)… war im Jahr 2005. Der RC Bergedorf hatte einen Schnupperkurs angeboten. Durch meinen Bruder Eric wollte ich sowieso das Rudern ausprobieren. Also habe ich mich ins Gig-Boot gewagt, obwohl ich panische Angst davor hatte, ins Wasser zu fallen. Es ist dann nichts passiert, war aber trotzdem richtig wackelig. Ich habe mich bei der ersten Fahrt auch ziemlich dämlich angestellt, bin in 90 Minuten vielleicht vier Kilometer weit gekommen.

Mein erstes gekentertes Boot… war ein Renn-Einer namens Idefix. Das Boot ist gekentert, weil ich alleine einsteigen und mich abstoßen wollte, ohne dass jemand den Ausleger festhält. Das hat nicht funktioniert und ich lag im Wasser. Das war im Sommer 2015.

Mein erster Club… war und ist der Ruder-Club Bergedorf.

Meine erste Regatta… waren die Norddeutschen Meisterschaften im Kinderbereich. Zu dem Zeitpunkt saß ich gerade mal ein paar Wochen im Boot und bin in meiner Altersklasse dreimal auf den zweiten Platz gerudert. Danach war ich bitter enttäuscht, denn ich wollte unbedingt gewinnen. Deswegen habe ich sogar kurz darüber nachgedacht, mit dem Rudern wieder aufzuhören.

Meine ersten Gold-Medaillen… habe ich ein Jahr später geholt, da waren es bei einer Regatta dann gleich vier.

Mein erster Trainer… war Stephan Froelke. Er hat mir beigebracht, stets ehrgeizig zu sein und seine Ziele zu verfolgen. Das Training bei ihm hat super Spaß gemacht. Stephan ist sehr nett, wir haben immer noch Kontakt. Zu allen Trainern von damals habe ich heute eigentlich ein freundschaftliches Verhältnis.

Mein erster Ruderpartner… war Jan Bernhard aus Hamburg. Wir haben fünf Jahre zusammen gerudert und sind nach wie vor gute Freunde. Er studiert jetzt in den USA und rudert dort auch weiter. Wenn er hier in Deutschland ist, treffen wir uns regelmäßig.

Meine erste Entwicklung… habe ich von meinem ersten zu meinem zweiten Junioren-B-Jahr genommen. Da bin ich 12 Zentimeter gewachsen und habe auch einen großen Leistungssprung gemacht.

Meine erste Position im Großboot… war anfangs der Bugmann. Als Schlagmann war ich nicht so talentiert, weil ich immer mein eigenes Ding machen wollte. Als Bugmann sollte ich üben, mich besser anzupassen. Das hat dann ja auch geklappt.

12.04.17 I von Felix Kannengießer