Erster Wettkampf des Jahres wird zum Härtetest


Am Samstag steht der Ergometer-Test an, hier quält sich Hannes Ocik.


Haben den letzten Zweier-Vergleich, der ohne die Olympia-Teilnehmer stattfand, gewonnen: Laurits Follert und Christopher Reinhardt.


Bestreiten ihren ersten Zweier-Wettkampf zusammen: Richard Schmidt und Malte Jakschik.


Sie sind schon ein eingespieltes Duo: Felix Wimberger und Maximilian Planer.


Bleiben zusammen im Boot: Die Olympia-Ersatzfahrer Torben Johannesen und Johannes Weißenfeld.




Jetzt wird’s ernst: Am Wochenende warten auf das Team Deutschland-Achter in Leipzig der Ergometer-Test über 2000 Meter am Samstagvormittag und die Frühjahrs-Langstrecke über die Sechs-Kilometer-Distanz am Sonntag ab 9.25 Uhr. Erstmals in diesem Jahr geht es für die Athleten in den Wettkampf Mann gegen Mann, Zweier gegen Zweier. Die Ruderer fiebern der ersten offiziellen Leistungsüberprüfung entgegen, und auch die Bundestrainer Uwe Bender und Christian Viedt sind schon neugierig. „Es wird Zeit, in den Wettkampf-Modus zu kommen“, sagt Viedt.

Nach dem Trainingslager im portugiesischen Lago Azul sind alle Athleten bestens vorbereitet auf den Ergometer-Test und die Frühjahrs-Langstrecke. „Wir sind zufrieden, wie das Trainingslager ruderisch gelaufen ist. Durch die wechselnden Windverhältnisse haben wir aus Lago Azul allerdings nicht die besten Vergleichswerte mitgenommen“, sagt Viedt. Von daher kommt der Wettkampf in Leipzig zum jetzigen Zeitpunkt genau richtig. Am Wochenende jedenfalls ist hierzulande gutes Wetter vorausgesagt, faire Bedingungen sind wünschenswert.

Erste Standortbestimmung

Der Ergometer-Test und die Langstrecke werden für die Ruderer zur ersten Standortbestimmung und geben einen Fingerzeig für die Besetzung der Nationalmannschaftsboote. „Dafür gibt es drei Faktoren: Die Ergometer-Werte, die Zweier-Leistungen und die Passfähigkeit, die im Ermessen der Trainer liegt“, erklärt Viedt. Im Anschluss an die Langstrecke steigen im April die Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Krefeld (21.-23.4.). Dann geht es schon auf die Zielgerade in Richtung Europameisterschaften, wo das Team Deutschland-Achter Ende Mai in Tschechien im Zweier, Vierer und erstmals dann auch wieder im Deutschland-Achter antritt.

In Leipzig richten sich die Blicke vor allem auf den Ergometer-Test, aber auch der Langstrecke ist bedeutsam: Die Rangfolge der Boote bei der Frühjahrs-Langstrecke bestimmt unter anderem die Setzung bei den Kleinbootmeisterschaften. Für die Olympia-Teilnehmer ist es der erste Wettkampf in Deutschland seit Ende September vergangenen Jahres, als die Ruderer in Rendsburg im Deutschland-Achter vor den Niederlanden siegten. Die Ruderer sind dementsprechend heiß – was für alle im Team gilt. „Jeder will nach der harten Arbeit zeigen, was er kann“, so Viedt.

Bewährte Duos und neue Zweier-Paarungen

Alle, die nicht bei Olympia waren, hatten bereits im November einen ersten Vergleich: Bei der Langstrecke in Dortmund gewann damals das Duo Laurits Follert/Christopher Reinhardt vor Peter Kluge und Finn Schröder. Die Dortmund-Sieger stehen auch diesmal auf der Favoritenliste. Im Trainingslager haben die U23-Talente jedenfalls unter Beweis gestellt, dass sie gut in Form sind. „Das sind gute, aufstrebende Talente mit starken physischen Voraussetzungen. Solche Leute brauchen wir“, lobt Viedt.

Kluge und Schröder haben mit Nico Merget und Hannes Ocik jeweils neue Zweier-Partner. Außerdem haben sich Björn Birkner und Malte Daberkow, Malte Großmann und René Stüven sowie Jakob Schneider und Marc Leske neu zusammengefunden. Schneiders Partner Clemens Ernsting ist jüngst zum zweiten Mal Vater geworden und hat sich auch wegen seines Medizin-Studiums in Berlin dazu entschieden, eine Pause bis Herbst einzulegen. Die Olympia-Ruderer treten in den zuletzt eingespielten Zweier-Formationen an und werden weit vorn erwartet: Richard Schmidt bestreitet seinen ersten Zweier-Wettkampf mit Malte Jakschik, Felix Wimberger tritt wie gewohnt mit Maximilian Planer und auch die beiden Rio-Ersatzleute Torben Johannesen und Johannes Weißenfeld wollen ein gewichtiges Wort mitsprechen beim Kampf um die Podiumsplätze. Dagegen musste Felix Drahotta, der mit Anton Braun im Zweier starten wollte, aufgrund eines Infektes absagen. Braun muss daher – aller Voraussicht - auf den Einer umsteigen.

Die wichtigsten Zweier-Besetzungen für die DRV-Langstrecken-Regatta in Leipzig:

  • Richard Schmidt / Malte Jakschik (RV Treviris Trier / RV Rauxel)
  • Finn Schröder / Hannes Ocik (Lübecker RK / Schweriner RG)
  • Maximilian Planer / Felix Wimberger (Bernburger RC / Passauer RV)
  • Torben Johannesen / Johannes Weißenfeld (RC Hamburg-Bergedorf / RC Westfalen Herdecke)
  • Peter Kluge / Nico Merget (Celler RV / Frankfurter RG Germania)
  • Malte Daberkow / Björn Birkner (Olympischer Ruder-Club Rostock / RC Rheinfelden)
  • Jakob Schneider / Marc Leske (RK am Baldeneysee / Crefelder RC)
  • Malte Großmann / René Stüven (RC Favorite Hammonia / RV Emscher Wanne-Eickel)
  • Laurits Follert / Christopher Reinhardt (Crefelder RC / RV Dorsten)

31.03.17 I von Felix Kannengießer