Schmidt und Jakschik sind auf einer Wellenlänge


Richard Schmidt (li.) und Malte Jakschik sind in Rio im Deutschland-Achter zu Silber gerudert...


...Jetzt rudern die beiden auch im Zweier zusammen.


Das synchrone Einsteigen funktioniert schon ganz gut...


...auf dem Wasser arbeiten Richard Schmidt und Malte Jakschik noch an der Feinabstimmung.

Seitdem das Eis auf dem Dortmund-Ems Kanal gebrochen ist, rudern die Zweier jeden Tag wieder fleißig über das Wasser. Wer genau hinschaut, wird dabei einige neue Duos entdecken. Darunter auch Richard Schmidt und Malte Jakschik, die sich aktuell gegenseitig pushen, um im April bei der Langstrecke in Leipzig und der folgenden Kleinbootmeisterschaft in Krefeld ganz vorne mit dabei zu sein.

Jakschik saß drei Jahre lang mit Maximilian Reinelt im Boot, der seine Karriere mittlerweile beendet hat. Nun hat er den nächsten Olympiasieger an seiner Seite. „Für mich ist es echt cool, jetzt mit Richard zusammenzufahren. Er ist einer der besten Ruderer der vergangenen Jahre, ich kann von ihm richtig viel lernen“, sagt der 23-Jährige, der sich auch an Land prächtig mit dem sechs Jahre älteren Schmidt versteht: „Wir sind auf einer Wellenlänge. Das ist extrem wichtig, denn man verbringt als Ruderpartner viel Zeit miteinander.“

Als Duo eine logische Wahl
Schmidt kann das nur bestätigen: „Wir sehen uns beim Training, danach beim Essen und bei der zweiten Einheit. Außerdem besprechen wir uns auch und diskutieren über die Einheiten. Da muss es schon passen.“ Schmidt ist in den vergangenen zwei Jahren mit Felix Drahotta zusammen gefahren, der aktuell stärker in seine Ausbildung involviert ist. Davor war Eric Johannesen zwei Jahre lang sein Ruderpartner. Der Hamburger legt aktuell ein Pausenjahr ein.

Also war Jakschik die logische Wahl der Trainer. Gemeinsam sitzen die beiden ohnehin seit 2014 zusammen im Achter. Auch im Trainingslager in Völkermarkt hatten Jakschik und Schmidt im vergangenen Jahr erste positive Erfahrungen miteinander im Zweier gemacht. „Es passt bei uns, denn wir sind beide ehrgeizige Typen, die sich ständig verbessern wollen. Das ist die Basis. Und menschlich passt es sowieso. Wir haben auch über das Rudern hinaus viele Gesprächsthemen.“

Anlaufprobleme abgestellt
Nach den Olympischen Spielen in Rio hatten beide das Training etwas heruntergefahren, um sich verstärkt dem Studium beziehungsweise einem Praktikum zu widmen. Deswegen brauchten beide ein wenig Anlaufzeit, wie Jakschik berichtet: „Die Grundvoraussetzungen stimmen schon, aber wir müssen uns natürlich noch besser aneinander anpassen und aus unseren alten Mustern herauskommen.“ Schmidt pflichtet ihm zuversichtlich bei: „Das hat seine Zeit gedauert, aber es wird immer besser. Die Feinabstimmung kommt noch.“

Dazu haben Schmidt und Jakschik vor allem im Trainingslager ab Anfang März Zeit, wenn sie Tag für Tag zusammen auf dem Lago Azul in Portugal rudern, sich dort außerdem ein Zimmer teilen. „Ich freue mich auf das Trainingslager, das ist mit unserer Truppe immer lustig“, sagt Jakschik: „Aber worauf es ankommt, ist das Rudern. Wir wollen voran kommen und eine gemeinsame Handschrift erkennen lassen.“

Feinabstimmung im Trainingslager
Im Trainingslager mit dabei sind auch die U23-Ruderer, die den Winter durch trainierten, während die Olympia-Fahrer einen Gang herausnahmen. Die Nachwuchsruderer haben bei den ersten Trainingsfahrten schon aufhorchen lassen. Die Ruderer aus dem A-Kader haben das registriert, nehmen es als zusätzliche Motivation. „Es ist gut und wichtig, dass die Jungs jetzt Druck machen. Davon lebt unsere Gruppe ja auch. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagt Schmidt.

22.02.17 I von Felix Kannengießer