Beim ersten Mal „noch am Steg gekentert“


Johannes Weißenfeld (re.) im Jahr 2008 bei seiner zweiten Kinderregatta.


Mit Maximilian Korge holte er bei der U23-WM in Varese im Vierer Silber.


Das Duo ruderte auch im Zweier zu einigen Achtungserfolgen.


Bei Olympia in Rio de Janeiro war Weißenfeld gemeinsam mit Torben Johannesen Ersatzmann.

Weitere Teile der Serie:
Die Anfänge der Ruderer aus dem Team Deutschland-Achter

Johannes Weißenfeld hat den klassischen Weg über die Schul-AG zum Ruderverein genommen. In der siebten Klasse saß er erstmals in einem Ruderboot, damals noch „recht wackelig“, wie er sich erinnert. In seinem Heimatort Herdecke schloss er sich dem RC Westfalen an und wurde schnell immer besser. Beim Ruderclub Herdecke war einer der Trainer übrigens Klaus Korge, der Großvater von Maximilian Korge, mit dem sich Weißenfeld seit 2013 den Zweier ohne Steuermann teilt. Geprägt hat ihn aber vor allem ein Trainer: Guido Kutscher. „Er war während der Junioren und anfangs bei der U23 mein Trainer beim RC Westfalen Herdecke. Er begleitet mich immer noch, obwohl er jetzt Landestrainer in Berlin ist“, berichtet der Medizin-Student der Ruhr-Uni Bochum.

Auch ansonsten hat der 22-Jährige noch beste Verbindungen zu seinem Heimatverein. „Ich habe regelmäßig Kontakt nach Herdecke, auch wenn ich am täglichen Vereinsleben nicht mehr teilhaben kann. Bei Großveranstaltungen und der Jahreshauptversammlung versuche ich immer da zu sein“, sagt Weißenfeld: „Wenn ich dort bin, versuche ich den Jugendlichen etwas mitzugeben.“ Der Olympia-Fahrer gibt seine Erfahrungen gerne an die nächsten Generationen weiter. Aber nicht nur das. Einmal im Jahr liefert er in Herdecke einen ganzen Sack Klamotten ab. „Über das Jahr sammeln sich die Sportsachen im Überfluss und die Kids freuen sich tierisch darüber. Der Verein hat mich jahrelang unterstützt, bis heute. Da will man auch etwas zurückgeben.“


Mein erstes Mal (im Ruderboot)… war im Schul-Unterricht in der siebten Klasse des Friedrich Harkort Gymnasiums in Herdecke. Das war eine nasse Angelegenheit. Ich habe zwei, drei Schläge geschafft, dann bin ich noch am Steg gekentert und ins Wasser gefallen.

Mein erstes Boot… war ein Einer namens „rechts vor links“. Das war ein schweres Teil aus Gusseisen, aber immerhin ein Rennboot und unzerstörbar.

Mein erster Club… war und ist bis heute der RC Westfalen Herdecke.

Mein erster Trainer… war Marco Kranich in Herdecke. Von ihm habe ich viel mitgenommen.

Mein erster Ruderpartner… war Marc Stübbecke. Er hatte Talent, hat aber wegen einer Ausbildung kurze Zeit später aufgehört.

Meine erste Position im Großboot… war im Bug. Das liegt mir ganz gut, da fühle ich mich wohl.

Meine erste Regatta… bin ich in Gent in Belgien gerudert. Der Start bei dem 1000-Meter-Rennen war ganz schön abenteuerlich. Die Boote wurden nicht von Starterkindern festgehalten, sondern wir mussten alle ein Seil in den Mund nehmen, das vorher in dem echt übel riechenden Gewässer gelegen hatte. Ich dachte, das wäre normal und war ziemlich abgeschreckt. Es war aber zum Glück das einzige Mal, dass ich so etwas erlebt habe.

Meine erste Medaille… habe ich 2009 bei der Aasee-Regatta im Zweier ohne Steuermann mit Marc Stübbecke gewonnen.

Meine erste Entwicklung… habe ich in der Saison 2013/14 gemacht. Ich war immer recht erfolgreich, aber das war mein erster Leistungssprung auf hohem Niveau. Da bin ich U23-Vizeweltmeister mit dem Vierer ohne Steuermann in Varese geworden. Das war mit Maximilian Korge, Jakob Schneider und Johannes Bensmann.

12.12.16 I von Felix Kannengießer