Packender Kampf bei WM: Bronze für U23-Achter


Steigerte sich Rennen für Rennen: Der Zweier mit Johannes Rentz und Benedikt Müller.


Der Vierer ruderte bis ins Finale und legte dort einen offensiven Start hin.


Der Achter hatte ein hartes Rennen hinter sich zu bringen...


...konnte sich aber am Ende über den dritten Platz...


...und Bronze freuen.

Fotos: Detlev Seyb

Von den U23-Weltmeisterschaften in Rotterdam sind die Nachwuchsruderer mit einer Medaille zurückgekehrt. Der U23-Achter lieferte sich auf der Willem-Alexanderbaan mit den anderen Nationen einen packenden Kampf und konnte sich im Finale über Bronze freuen. Der Vierer ohne Steuermann schrammte am Ende knapp an einer Medaille vorbei, während die anderen beiden Boote zumindest in den B-Finals vorne landeten.

„Die Konkurrenz war stark, wir sind im Rahmen unserer Möglichkeiten geblieben. Ohne die kurzfristigen Umbesetzungen im Vorfeld wäre sicher etwas mehr drin gewesen. Vor allem in den Finals haben wir aber gute Leistungen abgeliefert“, sagte Trainer Peter Thiede. Im abschließenden Trainingslager in Ratzeburg hatte sich Zweier-Ruderer Michael Trebbow bei einem Radunfall den Arm gebrochen, woraufhin vier Sportler in andere Boote rotierten.

Schlagabtausch mit der Ukraine und Großbritannien

Im U23-Achter war Trebbows Zweier-Partner Malte Großmann der neue Mann und fügte sich gut ein. Im Vorlauf holte sich der deutsche Achter schnell die Führung und qualifizierte sich souverän für das Halbfinale, wo der Rudernachwuchs etwas die Zügel schleifen ließ, den Endlauf aber letztlich ungefährdet erreichte. Im Finale dominierte der holländische U23-Achter, dahinter lieferten sich Großbritannien, Deutschland und die Ukraine einen packenden Schlagabtausch. Auf Bahn fünf mussten die Deutschen bei Seitenwind-Bedingungen vor allem auf den ersten 1.000 Metern viel Aufwand betreiben. „Es war ein Finale auf hohem Niveau, bei dem die Jungs mit einer kämpferischen Leistung Bronze gewonnen haben“, lobte Thiede.

Den Vierern fehlen am Ende die letzten Körner

Die Ruderer im Vierer mit Steuermann hatten im Trainingslager mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und mussten sich mit dem zweiten Platz im B-Finale hinter der Schweiz begnügen. „Das war bei der hohen Dichte in der Weltspitze nicht zu kompensieren, die Konkurrenz war zu stark“, so Thiede. Der Vierer ohne Steuermann hatte während der Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, qualifizierte sich aber souverän für den Endlauf. Dort fehlten jedoch die letzten Körner. Nach einem offensiven Start waren am Ende vier Boote schneller.

Zweier mit schneller Zeit im B-Finale

Der Zweier ohne Steuermann wurde mit Johannes Rentz und Benedikt Müller wegen Trebbows Verletzung komplett neu besetzt. „Da hätte ich mir etwas mehr Zeit der Vorbereitung gewünscht, denn die Jungs haben sich kontinuierlich gesteigert. Die Leistung im B-Finale war schon eine Ansage“, meinte Thiede. Dort legte der U23-Zweier – unter guten Bedingungen – eine schnelle Zeit hin und siegte mehr als deutlich vor Griechenland, das immerhin mit einem Olympia-Bronzemedaillengewinner aus dem leichten Vierer angetreten war.

Ergebnisse der U23-Nationalmannschaft im Männer-Riemenbereich bei der U23-Weltmeisterschaft in Rotterdam vom 21. bis 26. August:
Achter, Finale: 1. Niederlande 5:54.10; 2. Großbritannien 5:57.26; 3. Deutschland (Malte Daberkow (Olympischer Ruder-Club Rostock), Jakob Schneider (RK am Baldeneysee Essen), Malte Großmann (Ruderclub Favorite Hammonia Hamburg), Finn Knüppel (Schweriner Rudergesellschaft), Christopher Reinhardt (Ruderverein Dorsten), Laurits Follert (Crefelder Ruder-Club), Jacob Schulte-Bockholt (Crefelder Ruder-Club), Marc Leske (Crefelder Ruder-Club), Steuermann Jonas Wiesen (Rudergesellschaft Treis-Karden)) 5:59.23; 4. Ukraine 6:01.77; 5. Rumänien 6:02.34; 6. Italien 6:02.38.
Vierer mit Steuermann, B-Finale: 1. Schweiz 6:14.90; 2. Deutschland (Timm Kraus (Lübecker Ruder-Gesellschaft), Anton Schulz (Ruderclub Germania Düsseldorf), Max Niemand (Ruderverein Oberhausen), Matthias Hörnschemeyer (Osnabrücker RV), Steuermann Felix Heinemann (RC Hansa Dortmund)) 6:18.03; 3. Kanada 6:18.99; 4. Serbien 6:21.78; 5. Bulgarien 6:30.78; 6. Österreich 6:34.03.
Vierer ohne Steuermann, Finale: 1. Österreich 5:50.20; 2. Großbritannien 5:50.60; 3. Neuseeland 5:53.90; 4. USA 5:54.73; 5. Deutschland (Olaf Roggensack (Ruder-Club Tegel), René Schmela (Spandauer RC "Friesen" Berlin), Wolf-Niclas Schröder (Ruder-Union Arkona Berlin), Paul Gebauer (Potsdamer Ruder-Club Germania)) 5:56.31; 6. Rumänien 6:07.86.
Zweier ohne Steuermann, B-Finale: 1. Deutschland Benedikt Müller (Ruderverein Dorsten), Johannes Rentz (Ruderclub Hansa Dortmund)) 6:46.59; 2. Griechenland 6:53.22; 3. Großbritannien DNS (nicht angetreten).


29.08.16 I von Felix Kannengießer