Deutschland-Achter setzt Duftmarke in Amsterdam - direkt im WM-Finale


Der Deutschland-Achter nimmt auf der Bosbaan schnell Fahrt auf.


Die letzten Vorbereitungen am Start: Felix Wimberger, Maximilian Reinelt und Eric Johannesen.


Alexander Egler, Peter Kluge und (verdeckt) Steuermann Jonas Wiesen müssen mit dem Zweier mit Steuermann in den Hoffnungslauf.
Fotos: Detlev Seyb

Ergebnis Vorlauf Zweier mit Steuermann

Startlisten Hoffnungslauf Zweier mit Steuermann

Das war ein Start nach Maß: Der Deutschland-Achter ist mit einem souveränen Vorlaufsieg vor Großbritannien und Frankreich direkt ins Finale bei der Ruder-WM in Amsterdam eingezogen. „Wir wollten eine Duftmarke setzen. Das ist uns gelungen“, sagte Eric Johannesen. Schließlich hat der Europameister von 2014 den Weltmeister des Vorjahres, Großbritannien, deutlich auf Distanz gehalten.

Das deutsche Flaggschiff fuhr nach dem schnellen Start auf der ersten Streckenhälfte über eine Länge Vorsprung heraus, was auch Bundestrainer Ralf Holtmeyer zufrieden stellte: „Die ersten 1.000 Meter waren super.“ Und die deutliche Führung gaben die Recken aus dem Achter bei leichtem seitlichen Gegenwind auch nicht mehr her. „Ich habe gemerkt: Die Briten wollten, aber wir konnten problemlos gegenhalten“, meinte Steuermann Martin Sauer, der das Renngeschehen, von der Außenbahn sieben gut im Blick hatte.

Zuversichtlich, aber mit einer gewissen Portion Vorsicht darf die Crew Richtung Finale am Sonntag blicken: „Wir haben eine gute Ausgangsposition. Mehr aber nicht. Mit einem Vorlauf-Sieg ist schließlich noch keiner Weltmeister geworden“, sagte Holtmeyer.

Im zweiten Vorlauf setzte sich der polnische Achter überraschend gegen die Großboote aus den USA und Russland durch und steht damit als erster Finalgegner fest. „Die Polen haben eine Mannschaft, die man nicht unterschätzen darf. Wenn sie einen Top-Tag erwischen, sind sie schwer zu schlagen“, sagte Sauer. Die anderen zehn Achter müssen noch einmal am Mittwoch antreten, um in den Hoffnungsläufen die weiteren vier Finalisten zu ermitteln.

Zweier mit Steuermann muss in Hoffnungslauf
Der WM-Start des Zweiers mit Steuermann lief dagegen nicht nach Maß. Alexander Egler, Peter Kluge und Steuermann Jonas Wiesen mussten sich mit dem dritten Platz im Vorlauf hinter Großbritannien und Italien zufrieden geben. „Wir haben stark angefangen, aber auch stark nachgelassen“, sagte Schlagmann Egler. Zu Beginn des Rennens fuhr die Crew mit dem britischen „Rudertaxi“ gut mit. Dann verlor sie verlor aber komplett den Anschluss und musste schließlich auch noch das italienische Boot vorbeiziehen lassen. „Wir sind nicht mehr gemeinsam gerudert und haben unnötig Körner verloren. Ich kann mir nicht erklären, warum wir so abgefallen sind“, so Egler.

Dabei hatte es bei der WM-Generalprobe in Luzern noch ganz anders ausgesehen. Da siegte das deutsche Trio knapp vor den Briten. „Jetzt hatten wir keine Chance.“ Im Hoffnungslauf am Mittwoch um 14.21 Uhr muss der gesteuerte Zweier mindestens Zweiter werden, um das Finale auf diesem zu erreichen. Gegner sind die Niederlande, die USA, die Ukraine und Russland. Egler: „Unser Anspruch muss sein, den Hoffnungslauf zu gewinnen.“

Achter, Vorlauf: 1. Deutschland (Felix Wimberger, Maximilian Reinelt, Eric Johannesen, Richard Schmidt, Felix Drahotta, Andreas Kuffner, Malte Jakschik, Maximilian Planer, Steuermann Martin Sauer) 5:37,37 Minuten, 2. Großbritannien 5:39,74, 3. Frankreich 5:40,84, 4. Australien 5:47,07, 5. Weißrussland 5:50,07, 6. Spanien 5:58,23

Zweier mit Steuermann, Vorlauf: 1. Großbritannien 7:01,60 Minuten, 2. Italien 7:08,58, 3. Deutschland (Alexander Egler, Peter Kluge, Steuermann Jonas Wiesen) 7:12,14, 4. Australien 7:13,09, 5. Russland 7:27,16, 6. Frankreich 7:31,08.

25.08.14 I von Carsten Oberhagemann