WM-Generalprobe in Luzern - Wimberger wieder auf Schlag


Luzern im vergangenen Jahr.
Foto: Detlev Seyb

EM-Revanche bei der WM-Generalprobe: Nach dem EM-Sieg will der Deutschland-Achter beim Weltcup in Luzern wieder ein deutliches Ausrufezeichen setzen. „Im letzten Jahr haben wir knapp in Luzern verloren, jetzt will ich da wieder gewinnen“, gibt Bundestrainer Ralf Holtmeyer die Marschroute vor. Schließlich will das erfolgreiche Team nach dem Titelgewinn bei den Europameisterschaften in Belgrad vor eineinhalb Monaten auch bei den Weltmeisterschaften Ende August in Amsterdam wieder triumphieren. Und im Hinblick auf den Saison-Höhepunkt ist die traditionelle Rotsee-Regatta immer ein guter Gradmesser.

Rotation auf der Backbordseite
Bundestrainer Ralf Holtmeyer schickt den Deutschland-Achter in unveränderter Besetzung an den Start, lässt aber innerhalb des Bootes auf der Backbordseite rotieren. Felix Wimberger übernimmt wie schon bei der Internationalen Wedau-Regatta in Duisburg die Position des Schlagmanns, Felix Drahotta rutscht ins Mittelschiff auf Position vier, Eric Johannesen sitzt auf Position sechs, Malte Jakschik nimmt Platz zwei ein. „Ich hoffe, dass wir dadurch noch ein bisschen stabiler werden“, sagte Holtmeyer, der zudem darauf setzt, dass sich das intensive Training seit dem EM-Sieg auszahlt.

Denn er erwartet eine starke Konkurrenz auf den Rotsee, wobei es zu einem Wiedersehen mit den europäischen Top-Booten aus Russland und Großbritannien kommt, die EM-Silber und -Bronze gewannen. „Die Russen waren in Belgrad dicht an uns dran. Und die Engländer, die zwei stärkere Ruderer eingebaut haben, werden mit einer ganz anderen Mannschaft antreten“, meinte Holtmeyer zu den wohl stärksten Konkurrenten. Dazu sind im Zehn-Boote-Feld die Überseenationen Australien und Neuseeland vertreten. Nicht gemeldet haben die USA, die Sieger des zweiten Weltcups der Saison in Aiguebelette, den der Deutschland-Achter ausgelassen hatte.

Starke Vierer-Konkurrenz
Der Vierer ohne Steuermann muss sich erneut einem hochkarätigen Starterfeld mit insgesamt 13 gemeldeten Booten stellen. Neben dem großen Favoriten Großbritannien werden die Vierer aus Australien, Kanada, den Niederlanden, Italien und Griechenland stark eingeschätzt. „Es ist eine gewisse Konzentration auf den Vierer erkennbar. Denn viele Nationen, auch klassische Achter-Nationen, besetzen den Vierer mit ihren besten Ruderern“, sagte Bundestrainer Christian Viedt, der diese Tatsache als zusätzlichen Ansporn sieht: „Wir nehmen die Aufgabe an und sind gespannt, wie sich unser gutes Training auswirkt.“ Nach zwei fünften Plätzen bei der EM und beim Weltcup in Aiguebelette ist das Finale für die mittlerweile immer besser eingefahrene Mannschaft erneut das primäre Ziel. Sie ist mittlerweile auf ein kürzeres Boot umgestiegen. Viedt: „Wir fahren wieder mit der Bootsform, wie es der Vierer in den Jahren zuvor getan hat.“

Nach EM-Bronze und dem zweiten Platz beim Weltcup in Aiguebelette müssen sich Anton Braun und Bastian Bechler im Zweier ohne Steuermann in einem 25-Boote-Feld der Konkurrenz stellen. Nur im Männer-Einer haben für Luzern mehr Boote gemeldet. Klarer Favorit sind die Neuseeländer Murray/Bond. Erstmals im Zweier mit Steuermann treten die Ersatzleute Peter Kluge und Alexander Egler an – zusammen mit Nachwuchs-Steuermann Jonas Wiesen. Bei vier gemeldeten Zweiern stehen sie bereits im Finale.

Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften in Amsterdam (24. August bis 1. September) beginnt ein paar Tage nach dem Luzern-Wochenende. Dann geht es für das Team Deutschland-Achter wieder Richtung Süden: Das erste Trainingslager findet wie in den Vorjahren in Breisach/Nähe Freiburg statt (17. Juli bis 7. August). Daran schließlich sich das Trainingslager in Ratzeburg  an (10.-20 August), wo sich die komplette Nationalmannschaft dann gemeinsam auf den Saison-Höhepunkt vorbereiten wird.

Deutschland-Achter (Vorlauf: Freitag, 11. Juli, ab 13.40 Uhr; Finale: Sonntag, 13. Juli, 15.03 Uhr): Felix Wimberger (Passauer RV), Maximilian Reinelt (Ulmer RC Donau), Eric Johannesen (RC Bergedorf Hamburg), Richard Schmidt (RV Treviris Trier), Felix Drahotta (RTHC Bayer Leverkusen), Andreas Kuffner (Berliner RC), Malte Jakschik (RV Rauxel), Maximilian Planer (Bernburger RC), Steuermann Martin Sauer (Berliner RC)

Vierer ohne Steuermann (Vorlauf: Freitag, 11. Juli, ab 11.20 Uhr; Halbfinale: Samstag, 12. Juli ab 14.26 Uhr; Finale: Sonntag, 13. Juli, 11.23 Uhr): Kristof Wilke (Crefelder RC ), Maximilian Munski (Lübecker RG), Toni Seifert (RTHC Bayer Leverkusen), Björn Birkner (RC Rheinfelden)

Zweier ohne Steuermann (Vorlauf: Freitag, 11. Juli, ab 10.00 Uhr; Halbfinale: Samstag, 12. Juli, ab 13.44 Uhr; Finale: Sonntag, 1. Juni, 10.53 Uhr): Anton Braun, Bastian Bechler (Berliner RC)

Zweier mit Steuermann (Bahnverteilungsrennen: Freitag, 11. Juli, 15.30 Uhr; Finale: Sonntag, 13. Juli, 9.45 Uhr): Alexander Egler (Deutscher RC Hannover), Peter Kluge (Celler RV), Steuermann Jonas Wiesen (RG Treis-Karden)

09.07.14 I von Carsten Oberhagemann