Der Deutschland-Achter jubelt bei der WM in Poznan
Zeigt her eure Medaillen (v.l.): Urs Käufer, Gregor Hauffe, Florian Mennigen, Kristof Wilke, Richard Schmidt, Filip Adamski, Toni Seifert, Sebastian Schmidt und Steuermann Martin Sauer
Jubel im Ziel: Der Deutschland-Achter
Schlagmann Sebastian Schmidt und Steuermann Martin Sauer
Urs Käufer, Gregor Hauffe und Filip Adamski
Gefragter Interviewpartner: Ralf Holtmeyer
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Die Magnum-Flasche Schampus war schnell geleert. Ralf Holtmeyer musste sich die Sektdusche gefallen lassen. Freude strahlend. Der Deutschland-Achter bejubelte mit seinem Trainer bei der WM in Poznan den triumphalen Gewinn der Goldmedaille vor Olympiasieger Kanada. Ein Jahr nach dem letzten Platz in Peking ist das deutsche Ruder-Flaggschiff mit dem insgesamt achten WM-Titel zurück auf dem Thron.
„Eine Länge Vorsprung ist im Achter schon eine Hausnummer. Darauf können wir in den nächsten Jahren aufbauen“, sagte Ralf Holtmeyer. Wie schon beim Weltcupsieg in Luzern waren die Kanadier die großen Kontrahenten im Kampf um Gold. Lagen hielten sie mit, bei Streckenhälfte kam dann der entscheidende Zwischensprint. Holtmeyer: „Auf der zweiten Streckenhälfte haben wir dann dominiert.“ Über drei Sekunden, was im Achter einer Bootslänge von etwa 18 Metern gleicht, betrug der Vorsprung auf der Ziellinie.
„Das war phänomenal. Das Rennen ging so schnell vorbei. Ich hoffe, dass dies der Beginn einer neuen Ära im Achter ist.“ Schlagmann Sebastian Schmidt, der das Debakel von Peking hautnah miterleben musste, fühlte sich rehabilitiert. Die junge, technisch sehr beschlagene Mannschaft zeigte, dass in ihr das Potenzial steckt, mit dem Flaggschiff vom Dortmunder Leistungszentrum in den kommenden Jahren eine ähnliche Erfolgsstory zu schreiben, wie es Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre unter Regie von Ralf Holtmeyer gelang.
Der 53-Jährige trainiert nach achtjähriger „Auszeit“ beim Frauenachter in diesen Jahr wieder die Männer im Großboot. Es war spürbar, dass der Erfolg auch für ihn eine große Genugtuung war. Aber er weiß ob seiner Erfahrung nur zu gut, dass man einen Sieg im nacholympischen Jahr nicht überbewerten darf. „Ob wir weiter dominieren werden, wird die Zukunft zeigen. Aber dieser Sieg gibt gerade nach dem Erlebnis in Peking großes Selbstvertrauen für die nächsten Jahre.“ Posen war ein erster Schritt Richtung London 2012. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die Mannschaft jedenfalls kostete jede Sekunde nach dem Start-Ziel-Sieg vor den Booten aus Kanada und den Niederlanden aus. Kristof Wilke übte sich mit den Usain-Bolt-Pose noch im Boot nach der Zieldurchfahrt. Steuermann Martin Sauer wurde im hohem Bogen vom Team in den Maltasee befördert. Und nach der Sektdusche am Bootssteg ging die Siegesfeier auf dem historischen Marktplatz weiter...
Achter, Finale: 1. Deutschland (Urs Käufer, Gregor Hauffe, Florian Mennigen, Kristof Wilke, Richard Schmidt, Filip Adamski, Toni Seifert, Sebastian Schmidt und Steuermann Martin Sauer) 5:24,13 Minuten, 2. Kanada 5:27,15, 3. Niederlande 5:28,32. 4. Polen 5:28,40, 5. Großbritannien 5:32,61, 6. Italien 5:43,58.
30.08.09 | von Carsten Oberhagemann
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