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Achter im TV
Sportlich unterwegs (WDR, vom 15.10.2011, 15 Minuten)

Vision Gold (N24, vom 28.10.2011, 22 Minuten)

Deutschland-Achter siegt auf dem Rotsee

In den gelben Leibchen: Der Achter wurde auch Weltcup-Sieger

Steuermann Martin Sauer fliegt in den Rotsee und sagte hinterher: "Der See ist kälter als erwartet. Aber das ist kein Problem nach so einem klasse Rennen."

Her mit der Trophäe

Filip Adamski und Richard Schmidt

Urs Käufer

Hoch die Arme: der Deutschland-Achter

O-Töne von Filip Adamski und Florian Mennigen



In Peking waren ihre Gesichtszüge wie eingefroren, in Luzern hatten die Achter-Ruderer wieder allen Grund zum Strahlen. Der Deutschland-Achter bezwang die versammelte Weltelite auf dem Rotsee in Luzern in beeindruckender Manier. Der letzte Achter-Triumph im Mekka des Rudersports lag drei Jahre zurück. Jetzt hatte Olympiasieger Kanada keine Chance gegen das wieder erstarkte deutsche Flaggschiff.

„Das ist eine Riesenerleichterung. Peking hatten wir überwunden, aber nicht vergessen“, sagte Kristof Wilke, einer von drei Achterrecken, die im Großboot Olympia-Achter wurden. Und Toni Seifert, der in den vergangenen Jahren stets im Vierer saß, lachte: „Wir fahren in der Champions League und spielen hier sogar vorne mit.“

In der Tat. Wie der deutsche Achter die Kanadier beherrschte war schon beeindruckend. Am Start direkt eine dreiviertel Länge herausgefahren, über die Strecke den Vorsprung gehalten und am Ende auf eine Länge ausgebaut - da geriet selbst der Regattasprecher ins Schwärmen: „Hier sehen wir Ruderkunst in Vollendung.“ Und Trainer Ralf Holtmeyer kann zuversichtlich in Richtung Weltmeisterschaften Ende August in Posen blicken: „Jetzt fahren wir auch um den WM-Titel mit und wollen ihn natürlich auch gewinnen.“

Ob der Deutschland-Achter in der Besetzung von Luzern auch die Titelkämpfe in sechs Wochen in Angriff nehmen darf, wollte der Deutsche Ruderverband am Sonntag noch nicht bestätigen. Doch die Mannschaft zeigte, dass an ihr kein Weg vorbei führt. Und auch nicht am Trainer Ralf Holtmeyer, der einen großen Anteil am Neuaufbau des Achters hat, was Schlagmann Sebastian Schmidt bestätigte: „Es fing damit an, dass er auf das Leistungsprinzip gesetzt hat, und das hat sich jetzt ausgezahlt.“

Vierer fährt knapp an Medaille vorbei

Das Finale im Vierer ohne Steuermann bescherte dem Deutschen Ruderverband keine Medaille. Der Vierer „Deutschland 1“ mit Hanno Wienhausen, Martin Rückbrodt, Thomas Protze und Falk Müller setzte sich aber wie im Vorlauf im nationalen Duell gegen „Deutschland 2“ durch.

Bis zur 1.500-Meter-Marke lag das Quartett „Deutschland 1“ noch auf dem aussichtsreichen zweiten Rang hinter dem Favoriten aus Großbritannien. Im Finish aber zogen noch Slowenien und die USA vorbei. Am Ende fehlten 22 Hundertstel Sekunden auf den USA-Vierer. „Insgesamt war es ein gutes Rennen. Sie sind mutig losgefahren und haben herausgeholt, was sie konnten. Den konditionellen Rückstand, den sie haben, können sie sicher noch im Trainingslager aufholen“, sagte DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher.

Der Vierer „Deutschland 2“ mit Florian Eichner, Philipp Naruhn, Maximilian Munski und  Ruben Anemüller fuhr ebenso mutig los, belegte am Ende aber mit über zehn Sekunden auf den Sieger den sechsten Rang. Buschbacher: „Sie haben versucht gegenzuhalten. Kämpferisch kann man beiden Booten nichts absprechen.“

Achter, Finale: 1. Deutschland (Urs Käufer, Gregor Hauffe, Florian Mennigen, Kristof Wilke, Richard Schmidt, Filip Adamski, Toni Seifert, Sebastian Schmidt, Steuermann Martin Sauer) 5:33,56 Minuten, 2. Kanada 5:36,09, 3. Niederlande 5:37,99, 4. Großbritannien 5:40,38, 5. Polen 5:43,34, 6. Italien 5:44,99.

Vierer ohne Steuermann, Finale:
1. Großbritannien 5:57,80 Minuten, 2. Slowenien 6:00,19, 3. USA 6:01,12, 4. Deutschland 1 (Hanno Wienhausen, Martin Rückbrodt, Thomas Protze, Falk Müller) 6:01,35, 5. Frankreich 1 6:05,48, 6. Deutschland 2 (Florian Eichner, Philipp Naruhn, Maximilian Munski, Ruben Anemüller) 6:08,00.

12.07.09 | von Carsten Oberhagemann