Selbst die Schwanenfamilie kurz vor der Ziellinie konnte den Vierer ohne Steuermann mit Sebastian Schmidt (von rechts), Toni Seifert, Filip Adamski und Urs Käufer im WM-Halbfinale nicht aufhalten. Im Hintergrund der australische Vierer. Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de
| Sebastian Schmidt, Toni Seifert, Filip Adamski und Urs Käufer greifen am Sonntag bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Bled in den Kampf um die WM-Medaillen im Vierer ohne Steuermann ein. Im Halbfinale belegte das Quartett den dritten Platz hinter Griechenland und Australien. „Das Minimalziel ist erreicht“, stellte Trainer Werner Nowak erleichtert fest. Denn mit der Final-Teilnahme ist gleichzeitig die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2012 verbunden. Damit sind alle Männer-Riemenboote in London dabei. „Ein kleiner Stein fällt mir schon vom Herzen. Aber wir hatten ja das Finale geplant und wollen jetzt um eine Medaille mitfahren“, sagte Urs Käufer.
Dabei kam der Vierer nicht so gut ins Rennen wie erhofft. Bei der Streckenhälfte lag er noch auf dem vierten Rang, kämpfte sich dann aber gemeinsam mit den Australiern und den Griechen vorbei an den anfangs enteilten Kanadiern. „Die ersten 1.000 Metern waren etwas träge, erst dann sind wir richtig in Schwing gekommen“, meinte Nowak und ergänzte: „Auf den letzten 500 Metern haben wir dann angegriffen und die anderen beiden Boote fast noch bekommen.“
„Vor vier Jahren bei der WM in München haben wir ja schon gesehen, wie brutal ein Halbfinale im vorolympischen Jahr sein kann. Da geht es dann um Zehntel, ob man gewinnt oder rausfliegt“, sagte Käufer, der damals im Vierer das Finale knapp verpasst hatte. Jetzt steht der Vierer im Finale. Und die Gegner sind Großbritannien, Griechenland, Australien, die USA und die Niederlande.
Munski/Drahotta wurden Sechster Maximilian Munski und Felix Drahotta beendeten die WM in Bled im Zweier ohne Steuermann auf dem sechsten Platz. Weltmeister wurden die Titelverteidiger Eric Murray/Hamish Bond aus Neuseeland vor den Briten Pete Reed/Andrew Triggs Hodge. Bronze holte der italienische Zweier.
In dem hochklassigen Zweier-Finale ging vom ersten Schlag an die Post ab. Murray/Bond fuhren entscheidend davon, nur die Engländer konnten folgen. Munski/Drahotta, die sich vorgenommen hatten, sich an den Griechen und den Kanadiern zu orientieren, mussten früh abreißen lassen und kamen letztlich mit großem Rückstand ins Ziel. Die Finalteilnahme war für das junge Duo aber schon ein großer Erfolg.
Vierer ohne Steuermann, Halbfinale: 1. Griechenland 5:56,53 Minuten, 2. Australien 5:57,36, 3. Deutschland (Urs Käufer, Filip Adamski, Toni Seifert, Sebastian Schmidt), 4. Neuseeland 5:59,60, 5. Italien 5:59,83, 6. Kanada 6:06,64.
Zweier ohne Steuermann, Finale: 1. Neuseeland 6:14,77 Minuten, 2. Großbritannien 6:16,27, 3. Italien 6:21,33, 4. Griechenland 6:23,13, 5. Kanada 6:28,63, 6. Deutschland (Maximilian Munski/Felix Drahotta) 6:37,94.03.09.11 I von Carsten Oberhagemann
|