In hohen Bogen fliegt Steuermann Martin Sauer in den Bleder See. Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de
Jubel in Bled (von links): Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Gregor Hauffe, Andreas Kuffner, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer. Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de
Im Ziel: Der Deutschland-Achter vor Grobritannien und Kanada. Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de
| Sie rissen die Arme nach der Zieldurchfahrt fast gleichzeitig hoch, jubelten lautstark bei der Medaillen-Zeremonie, gaben Interviews in geschätzter Rekordlänge, herzten ihre Freundinnen und Familien – und gönnten Steuermann Martin Sauer eine erfrischende Abkühlung im Bleder See: Der Deutschland-Achter feierte bei der WM im slowenischen Bled den Titel-Hattrick, ist seit nunmehr 30 Rennen auf der olympische 2.000- Meter-Strecke ungeschlagen und kann sich auf die Olympischen Spiele 2012 in London freuen.
Der Deutschland-Achter kam wie gewohnt am besten vom Start weg, fuhr in 1:19,11 Minuten die schnellste Zeit auf den ersten 500 Metern und die Konkurrenz scheinbar stehen. Bei der Streckenhälfte baute die Crew ihren Vorsprung auf eine halbe Länge aus. Im Ziel war es fast eine ganze Länge vor den Großbooten aus Großbritannien und Kanada. Es war das zweite Gold auf dem Bleder See binnen 15 Minuten, denn zuvor hatte bereits der Frauen-Doppelvierer den WM-Sieg gefeiert.
„Wir sind kein optimales Rennen gefahren, aber ein sehr konzentriertes“, sagte Kristof Wilke. Schließlich kam kurz vor dem Rennen der Wind stärker auf, blies vom Start Richtung Ziel. Mit diesen Bedingungen kam die deutsche Crew am besten zurecht, was auch Bundestrainer Ralf Holtmeyer erleichterte. Einen Titel-Hattrick hat er bereits von 1989 bis 1991 als Trainer des Deutschland-Achters erlebt, das jetzige Team sei aber etwas ganz Besonderes: „Eine solche Stabilität habe ich als Trainer noch bei keinem Boot erlebt.“
Weitere Stimmen: Maximilian Reinelt: „Das ist total abgefahren. Wir hatten nach einem guten Start eine Viertel Länge Vorsprung und die anderen haben sich bis zur Streckenhälfte bekriegt. Bei der Wallfahrtskirche auf der Insel hatten wir eine halbe Länge rausgefahren und dann hieß es nur noch: Alle Lichter an und los. Au den letzten 250 Metern mussten wir die Riemen hart festhalten, um bei dem heftigen Seitenwind keinen Krebs zu fangen. Der Vorsprung, den wir herausgefahren haben, war dann bei dem Wasser unaufholbar.“
Lukas Müller: „Im Vorlauf und im Halbfinale gesehen, wie knapp es werden kann. Dass dann doch deutlicher wird als in Neuseeland, hätte ich nicht gedacht. Gold auch bei den Olympischen Spielen zu gewinnen, wäre der absolute Hammer. Dafür müssen wir aber hart arbeiten.“
Kristof Wilke: „Wir haben eine unglaubliche Power im Boot. Wir haben nur eine Weltmeisterschaft gewonnen, das waren noch nicht die Olympischen Spiele. Jetzt gilt es, das Niveau bis London zu halten.“
Achter, Finale: 1. Deutschland-Achter (Kristof Wilke, Florian Mennigen, Lukas Müller, Richard Schmidt, Maximilian Reinelt, Eric Johannesen, Andreas Kuffner, Gregor Hauffe, Steuermann Martin Sauer 5:28,81 Minuten, 2. Großbritannien 5:30,83, 3. Kanada 5:31,18, 4. Australien 5:31,59, 5. Polen 5:32,16, 6. Niederlande 5:35,37.
01.09.11 I von Carsten Oberhagemann
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