Achter siegt weiter - England ohne Chance


Im gelben Leibchen des Weltcup-Führenden: Der Deutschland-Achter mit (oben von links) Steuermann Martin Sauer, Lukas Müller, Florian Mennigen, Andreas Kuffner, Gregor Hauffe, (unten von links) Kristof Wilke, Toni Seifert, Richard Schmidt und Eric Johannesen.
Foto: Detlev Seyb/meinruderbild.de


Zufrieden mit Platz drei: Der Vierer ohne Steuermann mit (von links) Sebastian Schmidt, Maximilian Reinelt, Urs Käufer und Florian Eichner.
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„Auch wenn wir heute einen nicht so guten Tag erwischt hätten, wären wir wohl vorne gewesen.“ Bundestrainer Ralf Holtmeyer war glücklich und zufrieden. Denn seine Mannschaft im seit über zwei Jahren ungeschlagenen Deutschland-Achter hat dem Weltcup in München wieder einmal den Stempel aufgedrückt. Der souveräne Start-Ziel-Sieg vor Großbritannien war nie in Gefahr.

Nach einem nahezu perfekten Start und beeindruckendem Streckenschlag auf dem Mittelabschnitt lag das deutsche Ruder-Flaggschiff noch 500 Meter vor dem Ziel mit einer Länge in Führung. Erst dann – viel zu spät – kam der Angriff der Engländer, die schon im Vorlauf den Kürzeren gegen die Mannschaft vom Dortmund-Ems-Kanal gezogen hatten. Holtmeyer: „Die Briten wirkten etwas gehemmt, aber für Olympia 2012 in London sind sie für mich nach wie vor die Favoriten.“

In München aber diktierte das deutsche Ausnahmeboot das Geschehen. „Es hat großen Spaß gemacht. Und ich wäre jetzt genauso zufrieden, wenn ich im Bug gesessen hätte“, sagte Kristof Wilke, der erstmals bei einem Weltcup die Position des Schlagmanns übernommen hatte.

Egal in welcher Besetzung - der Deutschland-Achter schwimmt weiter auf der Erfolgswelle ganz oben. Mit den beiden Neuen an Bord, Andreas Kuffner und Eric Johannesen. Aber beim nächsten Weltcup in Hamburg Mitte Juni wird Holtmeyer wie angekündigt eine neue Kombination testen. Dann werden Richard Schmidt, Wilke, Kuffner und Johannesen im Vierer starten, dafür wechseln Sebastian Schmidt, Maximilian Reinelt, Florian Eichner und René Bertram in den Achter. „Wichtig ist im vorolympischen Jahr, dass wir einen großen Kaderkreis haben“, sagte Holtmeyer und fügte hinzu: „Wir wollen den Achter, Vierer und Zweier ohne für Olympia qualifizieren. Wichtig ist, dass wir jetzt auf eine Breite setzen, um bei Olympia auch eine Spitze zu haben.“

„Unsere Bewerbung für den Achter“
Der Vierer ohne Steuermann war auf der Olympia-Regattabahn von 1972 in München-Oberschleißheim ebenfalls erfolgsreich unterwegs. Sebastian Schmidt, Maximilian Reinelt, Urs Käufer und Florian Eichner belegten den dritten Rang hinter Großbritannien und Griechenland. „Das war unsere Bewerbung für den Achter“, sagte Sebastian Schmidt, der in den vergangenen zwei Jahren den Deutschland-Achter als Schlagmann zum WM-Titel geführt hatte und um seinen Rollsitz im Großboot weiter bis zum letzten Schlag kämpft: „Die Selektion ist noch nicht abgeschlossen.“

Der Vierer fuhr im Finale entschlossen los und lag bei der ersten Zwischenzeit bei 500 Metern in Führung. Dann schoben sich die favorisierten Briten vorbei, ehe sich das deutsche Quartett mit den Griechen, den Vize-Weltmeistern des Vorjahres, ein packendes Duell lieferte. Schließlich sicherte Sebastian Schmidt & Co. durch einen guten Endspurt, in dem alles passte, vor den heranrauschenden Weißrussen den dritten Platz ab – mit hauchdünnem Vorsprung von neun Hundertstel Sekunden. „Das war unser bestes Rennen am Wochenende und ein super Ergebnis für die kurze Zeit, in der wir zusammen fahren“, meinte Maximilian Reinelt.

Munski/Drahotta auf Rang fünf
Der Zweier ohne Steuermann mit Maximilian Munski und Felix Drahotta belegte im Finale beim Weltcup in München einen guten fünften Platz. Es gewann der britische Top-Zweier mit Reed/Triggs Hodge vor Italien, Griechenland und Ungarn. Munski/Drahotta lagen bei Streckenhälfte noch auf Rang vier, mussten dann aber noch den ungarischen Zweier vorbeiziehen lassen. Mit letzter Kraft setzten sie sich schließlich gegen das holländischen Duo durch.

Achter, Finale: 1. Deutschland-Achter (Gregor Hauffe, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Florian Mennigen, Richard Schmidt, Lukas Müller, Toni Seifert, Kristof Wilke, Steuermann Martin Sauer) 5:26,75 Minuten, 2. Großbritannien 5:28,06, 3. Polen 5:28,82, 4. Niederlande 5:29,07, 5. Frankreich 5:31,63, 6. China 5:34,51.

Vierer ohne Steuermann, Finale: 1. Großbritannien 5:52,74 Minuten, 2. Griechenland 5:55,03, 3. Deutschland (Sebastian Schmidt, Maximilian Reinelt, Urs Käufer, Florian Eichner) 5:56,82, 4. Weißrussland 5:56,91, 5. Frankreich 6:01,07, 6. Italien 6:07,64.

Zweier ohne Steuermann, Finale: 1. Großbritannien 6:24,67, 2. Italien 6:28,37, 3. Griechenland 6:29,85, 4. Ungarn 6:30,37, 5. Maximilian Munski/Felix Drahotta (Lübecker RG/Rostocker RC) 6:32,54, 6. Niederlande 1 6:36,92.

29.05.11 I von Carsten Oberhagemann