|
Wollen mit aller Kraft zurück in den Deutschland-Achter: Filip Adamski (links) und Urs Käufer
|
Beim DRV-Frühtest in Köln steht eine erste Vorentscheidung im Kampf um die Rollsitze im Deutschland-Achter an. Die Paare, die sich auf dem Fühlinger See durchsetzen, haben gute Chancen auf einen Platz im Flaggschiff des Deutschen Ruderverbands (DRV). Zwei von den acht Sitzen wollen sich Urs Käufer und Filip Adamski zurückerobern. Sie haben 2009 mit dem Achter den WM-Titel gewonnen, es im vergangenen Jahr aber nicht ins Großboot geschafft. Im Interview erklären sie, warum sie zurück ins Paradeboot wollen.
Urs, nach dem WM-Sieg 2009 im Deutschland-Achter bist Du ein wenig von der Bildfläche verschwunden. Was hast Du im vergangenen Jahr gemacht? Urs Käufer: In der Saison nach dem WM-Titel habe ich einen neuen Zweierpartner bekommen. Leider hat das bei uns nicht so gut gepasst, wie vorher bei Filip und mir. Weil aber die Achterqualifikation über den Zweier geht und wir nicht weit genug vorne mit dabei waren, sind wir in den Vierer ohne gekommen.
Wie war das bei Dir Filip? Filip Adamski: Bei mir war es ganz ähnlich. Ich bin mit meinem neuen Partner auch nicht so gut gerudert und habe die Qualifikation für den Achter verpasst. Ich habe die Saison dann im Zweier mit Steuermann gerudert.
Wie läuft denn die Zuordnung der Zweierpartner? Urs Käufer: Das macht Ralf Holtmeyer hier im Stützpunkt. Filip und ich sind seit 2004 eigentlich immer zusammengefahren. Nach der WM wollte Ralf aber mal neue Teams ausprobieren und hat uns auseinandergesetzt.
Wie kam es, dass Ihr in dieser Saison wieder zusammen in einem Boot sitzt? Urs Käufer: Wir haben uns von Anfang zusammengesetzt. Da gab es dann keine große Fragen mehr.
Und darüber seid Ihr froh... Filip Adamski: Auf jeden Fall. Es hat ja in den Jahren zuvor gut geklappt. Und auch jetzt läuft es eigentlich schon wieder ganz gut.
Weshalb wollt Ihr unbedingt in den Achter? Urs Käufer: Wir haben lange im Vierer gerudert und hatten kaum eine Chance auf den Achter. 2009 gab es dann durch den Trainerwechsel plötzlich die Möglichkeit dort reinzukommen. Ich wollte anfangs einfach Achter fahren, weil es mal etwas anderes war. Und dann hat es mit der Truppe einfach viel Spaß gemacht. Auch weil wir so erfolgreich waren.
Filip Adamski: Das stimmt. Außerdem bekommt der Achter die meiste Aufmerksamkeit und man hat in diesem Boot die größte Chance auf Erfolg. Deshalb will ich dort dabei sein.
Habt Ihr Euch in diesem Winter deshalb anders vorbereitet als sonst? Urs Käufer: Auf jeden Fall. Wir haben sehr viel härter trainiert als in den Jahren zuvor. Insgesamt haben wir alles intensiver gemacht. Es gab keine Einheit, die wir locker abgespult haben.
Wie hat man sich das vorzustellen? Filip Adamski: Gerade in den Ausdauereinheiten haben wir uns noch mehr durchgebissen. Zum Beispiel sind wir beim Ergometertraining über unsere Schmerzgrenzen gegangen. Wir wollten einfach einmal neue Reize setzen.
Welche Chancen rechnet ihr Euch aus, in dieser Saison im Achter dabei zu sein? Filip Adamski: Das ist schwer zu sagen. Die anderen Jungs trainieren ja auch hart. Je näher die Olympischen Spiele kommen, desto schwerer wird es, weil einfach jeder alles dafür gibt.
Wie siehst Du das, Urs? Das Team ist ja im vergangenen Jahr auch ohne Euch stark gefahren... Urs Käufer: Unsere Chancen sind erst einmal gleich. Das ist auch gut so. Wir sind sehr erfahren. Das kann ein Vorteil sein. Wenn wir technisch sauber rudern, können Filip und ich es schaffen.
Aber auf der Langstrecke in Leipzig seid ihr nur 9. geworden... Urs Käufer: Das stimmt. Aber davon lassen wir uns nicht verrückt machen. Zum einen, weil die 2000 Meter ein ganz anderes Rennen sind und zum anderen, weil wir am Tag zuvor auf dem Ergometer eine sehr gute Leistung abgeliefert haben. Wir wissen, woran es gelegen hat. Die ersten 1000 Meter waren wir genauso schnell wie die Sieger der Langstrecke. Als wir dann am Ende noch einmal richtig angepackt haben, lief das Boot auch sehr gut. Wir haben also gemerkt, dass wir richtig Speed haben, wenn wir durchziehen. Und das wollen wir am Wochenende zeigen.
Und wenn es nicht reicht für den Achter? Urs Käufer: Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Aber dann gibt es ja auch noch andere Boote.
Sind die Plätze im Achter in dieser Saison denn nicht schon richtungsweisend für 2012 und die Olympischen Spiele? Urs Käufer: Nein, das glaube ich nicht. Wir haben es ja im vergangenen Jahr selbst gesehen, wie schnell wir raus waren. Genau so schnell kann man auch wieder reinkommen. Falls es nicht klappt, ist also nichts verloren. Wir gehen aber ohnehin erst einmal davon aus, dass wir es schaffen.
Was habt Ihr Euch für die Kleinbootrennen in Köln vorgenommen? Filip Adamski: Das Finale ist auf jeden Fall Pflicht. Und dann wollen wir unter die besten drei kommen. Das wird ein hartes Ding. Aber man muss sich ja auch mal was vornehmen.
10.04.11
|