Schmidt und Jakschik verteidigen Kleinboot-Titel


Die strahlenden Sieger: Malte Jakschik und Richard Schmidt.


Auf Platz zwei landeten wie im vergangenen Jahr Torben Johannesen und Johannes Weißenfeld.


Laurits Follert und Paul Schröter konnten sich Bronze sichern. Dahinter folgten...


...René Schmela und Felix Brummel...


...Hannes Ocik und Jakob Schneider...


...sowie Nico Merget und Malte Daberkow.


Die ersten Drei auf dem Siegertreppchen.
Fotos: Detlev Seyb






 

Die Trainer hatten vorher spannende Wettkämpfe angesagt und genau so kam es bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften 2018 in Essen. Auf dem Baldeneysee ging es von den Vorläufen bis zu den Finals in den Rennen richtig eng zu. Einige Duos konnten über die olympische Distanz von 2000 Metern überraschen, auf dem Treppchen standen am Ende aber die Favoriten: Die Titelverteidiger Malte Jakschik und Richard Schmidt siegten vor den Vorjahres-Zweiten Johannes Weißenfeld/Torben Johannesen. Dritte wurden Laurits Follert und Paul Schröter.

Im Finale gaben die Favoriten Schmidt/Jakschik bei sommerlichen Temperaturen und leichtem Gegenwind von Beginn an die Geschwindigkeit vor – und zwar mit richtig Dampf. Bei der 1000-Meter-Marke wurde deutlich, dass nicht jeder dieses Tempo mitgehen kann. Lediglich Johannesen und Weißenfeld blieben bis auf eine halbe Bootslänge dran. Zwischen den vier Zweiern dahinter ging es ebenfalls eng zu: Follert/Schröter, Felix Brummel/René Schmela, Hannes Ocik/Jakob Schneider und Nico Merget/Malte Daberkow gaben in einem spannenden Bord-an-Bord-Kampf alles, um sich für den Schlussspurt um Platz drei möglichst gut zu positionieren.

Harter Kampf bis zur Ziellinie
Auf den letzten Metern legten die Ruderer nochmal alles in die Riemen. Johannesen und Weißenfeld versuchten, den Rückstand irgendwie wettzumachen, doch das Boot mit der Startnummer eins hielt dem Druck stand: Schmidt und Jakschik ließen sich die Goldmedaille nicht mehr nehmen und ruderten mit einer Zeit von 6:52,01 Minuten als Erster über die Ziellinie. Mit einem Abstand von eineinhalb Sekunden folgten Johannesen und Weißenfeld. Dahinter entbrannte der Kampf um Platz drei, in dem sich Follert und Schröter mit einem beherzten Schlussspurt vor Brummel/Schmela, Ocik/Schneider und Daberkow/Merget durchsetzen konnten.

Drahotta und Kluge siegen im B-Finale
Das B-Finale gewannen Felix Drahotta und Peter Kluge mit einem Start-Ziel-Sieg, mit je zwei Sekunden Abstand rauschten dahinter Malte Großmann/Finn Schröder und Eric Johannesen/Anton Braun über die Ziellinie. Auf den weiteren Plätzen folgten Wolf-Niclas Schröder/Paul Gebauer, Marc Leske/Jakob Gebel und Jacob Schulte-Bockholt/Janek Schirrmacher.

Planer/Wimberger müssen krankheitsbedingt passen
Am Samstag schon lieferten sich die Ruderer hart umkämpfte Halbfinal-Rennen. Hier setzten sich im ersten Halbfinale Schmidt/Jakschik gegen Schneider/Ocik und Daberkow/Merget durch. Im zweiten Halbfinale siegten Johannesen/Weißenfeld vor Schröter/Follert und Brummel/Schmela. Ein bitteres Ende der Medaillenhoffnungen kam für Felix Wimberger und Maximilian Planer schon am Samstagvormittag. Krankheitsbedingt mussten die Beiden, die bei der Langstrecke in Leipzig Vierter wurden, vor dem Viertelfinale abmelden.

Bender zieht ein positives Fazit
Das Bundestrainer-Team Uwe Bender, Christian Viedt und Tim Schönberg guckte sich die Rennen vom Seitenrand an. „Es waren spannende Rennen und sehr gute Resultate. Jetzt schauen wir, wie wir die Mannschaftsbildung angehen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir einen schnellen Achter haben werden, aber auch einen guten Vierer und Zweier bilden können“, sagte Bender mit Blick auf die Besetzung der nationalen Boote für das „Team Deutschland-Achter“, das am 3. Mai um 11 Uhr in Dortmund verkündet wird.


Die Stimmen zum Finale:
Richard Schmidt: „Das ist jedes Jahr die übelste Herausforderung – ein Wochenende mit Stress pur. Vier Rennen an drei Tagen sind verdammt hart. Aber wir haben im Winter gut gearbeitet und da die Grundlage für die Titelverteidigung gelegt.“

Malte Jakschik: „Torben und Johannes haben in der Mitte des Rennens ordentlich Druck gemacht, aber wir konnten gegenhalten. Im Endspurt haben wir gezeigt, dass wir noch was im Köcher hatten.“

Johannes Weißenfeld: „Das war sicher nicht unser bestes Rennen. Aber wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein. Schließlich waren die Umstände in diesem Jahr nicht die besten. Ich konnte aufgrund meiner Uni-Prüfung nicht mit ins Trainingslager fahren. Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr zeigen können, dass mehr geht.“

Torben Johannesen: „Es lief eigentlich gut, aber wir haben uns von den äußeren Bedingungen zu sehr beeinflussen lassen. Der Ausflugsdampfer fuhr genau kurz vor unserem Start durch die Strecke und hat eine Welle hinterlassen. Wir sind nicht ruhig geblieben. Richard und Malte haben es besser gemacht, das muss man neidlos anerkennen.“

Laurits Follert: „Die Bedingungen waren relativ schwierig, aber wir haben immer wieder reingefunden in unseren Schlag. Durch Kampf haben wir es auf den letzten 500 Metern gelöst. Ich bin glücklich, dass wir es geschafft haben, unter die ersten Drei zu fahren.“

Paul Schröter: „Das war ein Bord-an-Bord-Kampf um Platz drei. Nach 1.000 Meter haben wir uns mit einer Länge abgesetzt. Die anderen sind dann wieder rangekommen und der Endspurt auf den letzten 250 Metern hat dann richtig gesessen. Ich freue mich riesig über Platz drei. Das ist der Wahnsinn.“


Ergebnisse der männlichen Zweier-Konkurrenz bei den Deutschen Kleinbootmeisterschaften in Essen vom 20. bis 22. April 2018:
A-Finale: 1. Richard Schmidt / Malte Jakschik (RV Treviris Trier / RV Rauxel) 06:52.01; 2. Torben Johannesen / Johannes Weißenfeld (RC Favorite Hammonia Hamburg / RC Westfalen Herdecke) 06:53.86; 3. Laurits Follert / Paul Schröter (Crefelder RC / RK am Wannsee) 06:59.65; 4. René Schmela / Felix Brummel (RC Tegel / RV Münster) 07:02.71; 5. Jakob Schneider / Hannes Ocik (RK am Baldeneysee / Schweriner RG) 07:05.34; 6. Malte Daberkow / Nico Merget (ORC Rostock / Frankfurter RG Germania) 07:10.25.
B-Finale: 1. Felix Drahotta / Peter Kluge (RTHC Bayer Leverkusen / Celler RV) 07:01.52; 2. Finn Schröder / Malte Großmann (Lübecker RG / RC Favorite Hammonia) 07:03.35; 3. Eric Johannesen / Anton Braun (RC Favorite Hammonia Hamburg / Berliner RC) 07:05.38; 4. Paul Gebauer / Wolf Niclas Schröder (Potsdamer RC / RU Arkonia Berlin) 07:09.83; 5. Jakob Gebel / Marc Leske (Crefelder RC) 07:14.14; 6. Jacob Schulte-Bockholt / Janek Schirrmacher (Crefelder RC / Siegburger RV) 07:21.59.


22.04.2018 | von Felix Kannengießer und Carsten Oberhagemann