Braun und Johannesen: Hohe Ziele nach dem Wiedereinstieg


Eric Johannesen und Anton Braun im Zweier bei der Langstrecke in Leipzig.


Anton Braun wurde Zweier-Meister 2016, zusammen mit Felix Drahotta.


Das schaffte vier Jahre vorher - ebenfalls in Köln - auch Eric Johannesen, mit Andreas Kuffner.


Gemeinsam im Achter saßen Eric Johannesen und Anton Braun im Jahr 2015, hier beim EM-Sieg in Posen.




 

Dieses Duo weiß genau, wie man Titel holt: Eric Johannesen und Anton Braun haben die Goldmedaille von den Kleinbootmeisterschaften schon im Trophäenschrank, jeweils mit anderen Partnern. Seit Anfang des Jahres steuern der Hamburger und der Berliner zusammen einen Zweier und wollen am liebsten gemeinsam eine weitere Medaille nachlegen. Die Vorbereitung verlief nicht immer ganz glatt, weil beide Sportler für eine Zeit lang aus dem Boot heraus waren, letztlich soll sich ihr Siegergen aber durchsetzen.

Anton Braun ist mit Felix Drahotta zweimal Deutscher Kleinbootmeister geworden (2013, 2016) und hat auch international jede Menge Zweier-Erfahrung gesammelt: Unter anderem stehen ein siebter Platz bei Olympia 2012 sowie 2014 EM-Bronze und der 5. Rang bei der WM in seiner Vita. Eric Johannesen holte sich 2012 den Deutschen Meistertitel im Zweier mit Andreas Kuffner, landete im Jahr davor und danach ebenfalls auf dem Treppchen, international kommt ein 5. Platz bei der WM 2010 dazu. Seine größten Erfolge hat der 29-Jährige jedoch im Achter gefeiert.

Gemeinsame Erfolge im Achter
Olympiasieger 2012, Olympia-Zweiter 2016, Weltmeister und mehrfacher Europameister ist Johannesen mit dem Deutschland-Achter geworden. In der Saison 2015 saß er dabei mit Braun im Boot, die beiden wurden gemeinsam Europameister und Vize-Weltmeister. In beiden schlummert jede Menge Siegpotenzial, doch beide gehen auch mit einem Handicap ins Rennen: Johannesen hat nach Olympia eine Saison pausiert, Braun hat nach seinem WM-Aus im Sommer die Riemen ebenfalls eine Zeit lang in die Ecke gestellt.

Wiedereinstieg verlief nicht problemlos
„Es hat gut getan, ein bisschen Urlaub zu nehmen und mal Abstand vom Rudern zu gewinnen. Ich habe in mich reingehört, ob ich nochmal angreifen will. Und die Antwort ist eindeutig ja“, sagt Braun. Auch in Johannesen hat die Pause neue Kräfte frei gesetzt, ganz problemlos ist der Wiedereinstieg aber nicht verlaufen: „Das war schon etwas schwierig, zumal mich eine Sehnenscheidenentzündung im Winter einen Monat lahm gelegt hat.“

„Nach Lago Azul hat es Klick gemacht“
Die Dortmunder Langstrecke Ende November musste das Duo deswegen auslassen, zuletzt in Leipzig landeten sie auf dem geteilten neunten Platz mit Felix Drahotta und Peter Kluge. „Das ist noch nicht das Ergebnis, was wir uns erhofft hatten. Wir haben nicht viele Ruderkilometer zusammen absolviert, aber ich bin optimistisch, denn wir machen gute Fortschritte“, meint Johannesen. Braun stimmt zu: „Wir verfügen über viel Erfahrung und machen uns da jetzt keinen großen Kopf, sondern gehen das mit der nötigen Ruhe an. Es wird immer besser. Nach dem Trainingslager in Lago Azul hat es bei uns Klick gemacht.“

Berliner Besuch in der Hansestadt
Der 27-Jährige war derjenige, der das Duo initiiert hat. Als er von Johannesens Rückkehr hörte, sprach er ihn an, ob die beiden zusammen die ersten Trainingskilometer absolvieren sollen. Und so kam Braun im Herbst an mehreren Wochenenden nach Hamburg, zusammen ging es im Zweier auf die Regattastrecke in Allermöhe. „Wir gehören jetzt beide zu den Älteren, haben ähnliche Vorstellungen vom Rudern und können uns gut aufeinander einstellen. Es hat direkt gut mit ihm funktioniert“, erinnert sich Johannesen. Das Trainerteam sah das ähnlich und setzte die beiden im neuen Jahr offiziell als Duo zusammen. Seitdem haben sie vor allem an den Wochenenden im Ruderleistungszentrum Dortmund gemeinsam trainiert.

Die Medaillenränge sind das Ziel
Jetzt haben beide die Kleinbootmeisterschaften (20.-22.4.) fest im Blick. „In diesem Jahr ist es schwierig abzusehen, wie es ausgeht. Aber Eric und ich fahren nach Essen, um in die Medaillenränge zu kommen“, sagt Braun. Johannesen sieht es ähnlich: „Wir haben jetzt nichts zu verlieren und wollen ganz klar ins A-Finale. Und wenn du im Finale bist, dann willst du auch in die Top drei fahren. Wir werden sehen, wie realistisch dieses Ziel ist.“

14.04.2018 | von Felix Kannengießer