U23-Ruderer halten der Doppelbelastung stand


Auf dem Ergometer fielen zahlreiche Bestwerte, auch Leon Schandl knackte seinen...


...ebenso wie Jacob Schulte-Bockholt, hier unter Beobachtung von U23-Trainer Peter Thiede.


Hier quält sich Maximilian Bierwirth auf dem Ergo, auch er erreichte eine neue Bestzeit...


...und ruderte tags daruf auf der Langstrecke mit Anton Schulz auf den 18. Platz.


Die U23-Ruderer, die den Sprung in den A-Kader gewagt haben, bekamen von Thiede ein Sonderlob. Hier sind Marc Leske und Jakob Gebel zu sehen, die auf Platz 14 landeten.
Fotos: Martin Steffen






 

Bei den ersten Leistungsüberprüfungen im neuen Jahr in Leipzig wussten die Athleten aus dem „Team Deutschland-Achter“ zu überzeugen, auch die U23-Trainingsgruppe vom Dortmunder Leistungsstützpunkt hat sich beim Ergometer-Test und auf der Langstrecke gut geschlagen. Für viele der jungen Sportler war es das erste Mal, dass sie eine derartige Doppelbelastung wegstecken mussten. Umso mehr ist U23-Trainer Peter Thiede mit den Leistungen einverstanden: „Im Sport darf man ja nie ganz zufrieden sein, aber das war schon ordentlich. So darf es gerne weitergehen.“

Sieben Bestwerte fallen auf dem Ergo
Beim Ergometer-Test am vergangenen Samstag hatten sich die U23-Athleten hohe Ziele gesteckt - und sie lieferten ab. Die jungen Ruderer quälten sich auf der Maschine, mit Lukas Föbinger, Anton Schulz, Maximilian Bierwirth, Jacob Schulte-Bockholt, Max John, Lukas Geller und Leon Schandl knackten gleich sieben ihren Bestwert. „Die meisten anderen sind auch nur knapp am Ziel vorbei geschossen. Auf dem Ergometer waren die Leistungen sehr gut, die Jungs haben sich gesteigert“, lobt Thiede.

Föbinger: „Es war enorm hart“
Tags darauf galt es über die Sechs-Kilometer-Distanz auf der DRV-Langstrecke nochmal alles aus sich herauszuholen. Für einige der U23-Ruderer, die gerade von den Junioren kommen, war eine solche Doppelbelastung ungewohnt. „Das war schon enorm hart“, sagt Lukas Föbinger, der zwei Jahre komplett raus aus dem Boot war und ein positives Fazit von der ersten Leistungsüberprüfung im neuen Jahr zieht: „Ich habe die Belastung ganz gut weg gesteckt und bin froh, dass ich den Wiedereinstieg versucht habe.“ Auf der Langstrecke trat Föbinger im Einer an, weil sein Partner Johannes Rentz ausfiel. Im 40 Boote starken Feld wurde er 28. und damit immerhin schnellster Riemenruderer.

John und Hopmann die Überraschung auf der Langstrecke
Auch Janek Schirrmacher musste im Einer antreten, weil Jacob Schulte-Bockholt kurzfristig erkrankt war und landete auf Rang 35. Im Zweier waren Max John und Henry Hopmann die positive Überraschung. Sie reihten sich mit einer starken Zeit von 22:25 Minuten direkt hinter den A-Kader-Athleten auf dem geteilten 14. Platz ein. „Einige haben sich gut positioniert für die Kleinbootmeisterschaften, aber es waren auf der Langstrecke auch Schwankungen dabei. Bei manchen war die Leistung nur durchwachsen“, sagt Thiede: „Alle haben jetzt nochmal zwei Wochen Zeit, sich weiterzuentwickeln.“

Einen großen Entwicklungsschritt haben Jakob Gebel, Marc Leske, Olaf Roggensack und vor allem René Schmela schon gemacht. Sie alle haben den vorzeitigen Sprung in den A-Kader gewagt und überzeugten auf der Langstrecke: Schmela ruderte mit Felix Brummel im Zweier überraschend auf den zweiten Platz, Roggensack und Michael Trebbow reihten sich auf Platz 12 ein, Leske und Gebel auf dem geteilten 14. Rang. Schmela und Leske knackten außerdem ihren Bestwert auf dem Ergo. „Sie verkaufen sich alle richtig gut, die Entwicklung ist schon beeindruckend“, meint Thiede: „Ich bin gespannt, wie es bei den Kleinbootmeisterschaften weitergeht.“

Testlauf auf dem Fühlinger See
Ab dem 20. April wird auf dem Baldeneysee in Essen der schnellste Zweier Deutschlands gesucht, die Vorläufe werden nach den Ergebnissen der Langstrecke gesetzt. Am Montag nach der zweifachen Belastung in Leipzig bekamen die Ruderer frei, um einmal Luft zu holen. Danach ging das Training in vollem Umfang, also zweimal am Tag, weiter. Außerdem wird am Wochenende auf dem Fühlinger See in Köln ein Testlauf gefahren, „Ich weiß, dass das letzte Wochenende für die Jungs ziemlich anstrengend war, aber da müssen sie jetzt durch“, sagt Thiede. Alle haben dabei ein klares Ziel vor Augen: Einmal müssen die Ruderer noch auf die Zähne beißen, dann steht auch bei der U23 die erste Mannschaftsformierung an.

Die Platzierungen der U23-Trainingsgruppe vom Dortmunder Leistungsstützpunkt bei der DRV-Langstrecken-Regatta in Leipzig am 8. April 2018:
Zweier: 14. Max John / Henry Hopmann (ORC Rostock/Hanauer RC) 22:25 Minuten; 17. Leon Schandl / Lukas Geller (Bessel-RC/Crefelder RC) 22:34; 18. Maximilian Bierwirth / Anton Schulz (Koblenzer RC Rhenania/RC Germania Düsseldorf) 22:39; 20. Johannes Fischer/Daniel Tkaczik (Ruderclub Germania Düsseldorf) 22:53.
Einer: 28. Lukas Föbinger (Ruder-Club Witten) 24:53; 35. Janek Schirrmacher (Siegburger Ruderverein) 25:23.


10.04.2018 | von Felix Kannengießer