Ocik und Schneider: von Null auf Hundert


Sieben Tage vor den Kleinbootmeisterschaften 2017 wurden Hannes Ocik und Jakob Schneider zusammengesetzt...


...und kämpften sich bis ins A-Finale.


Der Lohn war die Nominierung für den Deutschland-Achter...


...mit dem sie den WM-Titel holten und die ganze Saison ungeschlagen blieben.


Im Vergleich zur vergangenen Saison wollen sich Ocik und Schneider verbessern. Dafür haben sie im Trainingslager in Lago Azul hart gearbeitet, im Zweier auf dem Wasser ebenso wie hier auf dem Ergometer.
Foto: Martin Steffen







 

Ohne große Vorbereitungszeit ruderten Hannes Ocik und Jakob Schneider im vergangenen Jahr bei den Kleinbootmeisterschaften auf den sechsten Platz. Gerade einmal sieben Tage vorher waren die beiden zusammengesetzt worden. In dieser Saison hatte das Duo deutlich mehr Zeit gemeinsam auf dem Wasser. Dementsprechend sind die Erwartungen gestiegen, wenn ab dem 20. April in Essen der schnellste Zweier Deutschlands gesucht wird.

„Das Ziel bei den Kleinbootmeisterschaften ist wieder das A-Finale, und da wollen wir das Ergebnis aus dem letzten Jahr verbessern“, sagt Ocik. Jahrelang hat sich der Rostocker mit Maximilian Munski den Zweier geteilt, nun ist der 26-Jährige beim drei Jahre jüngeren Schneider selbst so etwas wie der Lehrmeister. „Ich habe mich gefreut, als ich mit Hannes zusammengesetzt wurde, von ihm kann ich viel lernen“, sagt Schneider, der nach dem Karriereende von Clemens Ernsting damals schlagartig ohne Zweierpartner dastand. Als Bundestrainer Uwe Bender ihn dann mit Ocik ins Boot setzte, änderte sich für den „big five man“ einiges.

Schneider: „Man wächst an seinen Aufgaben“
„Eigentlich hatte ich mir einen Platz im Vierer vorgenommen. Als ich dann plötzlich mit Hannes im Zweier saß, dem Schlagmann des Achters, hat sich das Ziel natürlich geändert“, erinnert sich Schneider: „Aber man wächst ja an seinen Aufgaben.“ Das ist der 23-Jährige allemal. „Wir mussten damals ziemlich schnell zusammen finden, Jakob hat sich da gut reingearbeitet“, findet Ocik. Gemeinsam qualifizierten sich beide für den Achter und gehörten zu der Crew, die über die gesamte Saison ungeschlagen blieb, den Worldcup, den Europameister- und Weltmeistertitel abräumte.

Duo ist optimistisch
An Selbstvertrauen mangelt es dem Duo nicht, dafür abermals an Trainingskilometern. Die sind zwar im Vergleich zu den sieben Tagen der vergangenen Saison deutlich gestiegen, aber wegen der lange eisigen Temperaturen nicht so viele wie geplant. „Wir haben noch nicht viel miteinander trainieren können. Da merkt man schon, dass uns im Vergleich zu den etablierten Zweiern noch etwas fehlt. Aber ich bin sehr optimistisch, dass wir diesen Schritt noch machen werden“, so Ocik. Schneider sieht es genauso: „Wir befinden uns noch im Findungsprozess, aber werden die nächsten Wochen durchgängig unter Strom stehen und beim Wettkampf bereit sein.“

Wettkampftypen blicken nach vorne
Ohnehin sind beide Wettkampftypen, die vor Ehrgeiz nur so sprühen. „Ich denke, bei uns stimmt einfach die Mischung. Jakob bringt eine gewisse Frische mit rein, von ihm erhoffe ich mir auch perspektivisch einiges“, meint Ocik. Als nächstes geht der Blick aber erst einmal auf die Leistungsüberprüfungen am Wochenende in Leipzig und ab dem 20. April in Essen. Für Ocik und Schneider gilt dabei wieder das Motto: von Null auf Hundert.


04.04.2018 | von Felix Kannengießer