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Achter im TV
Sportlich unterwegs (WDR, vom 15.10.2011, 15 Minuten)Vision Gold (N24, vom 28.10.2011, 22 Minuten)
Kleine Geschichte des Deutschland-Achters
1913 und 1938 waren die ersten Jahre in denen der deutsche Achter als Europameister in die Schlagzeilen der Sportpresse schaffte.
Die erste Ära um den Deutschland-Achter begann ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rom mit dem Gewinn der dritten Europameisterschaft 1959. Mit dem Gewinn der Goldmedaille in Rom unter Coach Karl Adam entstand maßgeblich der Mythos vom Deutschland-Achter.Bis 1968 gab es dann zwei Weltmeister und vier Europameistertitel. Bei den Olympischen Spielen in Mexico dann mit der Goldmedaille für das deutsche Flaggschiff. Anschließend wurde es ruhiger um den Deutschland-Achter. 1972 in München konnte der Achter nur den fünften Platz belegen.
Eine neue Ära begann mit der Verpflichtung des jungen Bundestrainers Ralf Holtmeyer. Unter seiner Regie meldete sich der Deutschland-Achter 1988 mit einem Paukenschlag in der Ruderwelt zurück und holte unter Schlagmann Bahne Rabe bei den Olympischen Spielen in Seoul die Goldmedaille in der Königsklasse.
Und auch die nächsten Jahren regierte Ralf Holtmeyer mit seinem Achter die Ruderwelt. Unter dem neuen Schlagmann Roland Baar gewann der Achter 3x in Folge den Weltmeistertitel und holte bei den Olympischen Spielen in Barcelona die Bronzemedaille. In den Fünf Jahren zwischen 1988 und Olympischen Spielen 1992 wurde der Achter in nur zwei Rennen überhaupt von anderen Nation geschlagen. Barcelona war auch das Ende der sportlichen Karriere von Steuermannslegende Manfred Klein, der 1972 schon den Achter gesteuert hatte.
Weitere WM-Titel fuhr die Holtmeyer-Crew dann in den Jahren 1993 in Tschechien und 1995 in Finnland ein. Bei den Olympischen Spielen in Atlanta gewann der Deutschland-Achter wieder eine olympische Medaille. Dieses Mal war es eine Silbermedaille, mit der Roland Baar seine Schlagmannkarriere im deutschen Vorzeigeboot beendete und mit fünf Weltmeistertiteln und zwei olympischen Medaillen zum wahrscheinlich erfolgreichsten Achterruderer aller Zeiten wurde.
Bei der Weltmeisterschaft 1998 in Köln war es dann Marc Weber, der sein Team hinter den USA in einem fulminanten Endspurt zur Vizeweltmeisterschaft führte.
Nach der verpassten Olympiaqualifikation 2000 übernahm Dieter Grahn, selber zweifacher Olympiasieger 1968 und 1972 im Vierer für die ehemalige DDR, den Posten des Cheftrainers für den Männer Riemenbereich. Nach einem Generationswechsel im Team 2001, konnte er mit einem stark verjüngten Achter um Schlagmann Michael Ruhe mit ersten Erfolgen bei internationalen Regatten auf sich aufmerksam machen.
Die gute Form der Saison erreichte schließlich bei der Weltmeisterschaft 2001 in Luzern mit dem Gewinn der Bronzemedaille ihren vorläufigen Höhepunkt. Und schon im Jahr darauf setzte der neuformierte Achter einen drauf: In Sevilla wurde das Team um Steuermann Peter Thiede Vize-Weltmeister.
Nach zweijähriger Durststrecke landete der Deutschland-Achter wieder 2005 im fernen Gifu/Japan auf dem Treppchen und holte Bronze. Dann aber der neue Höhepunkt: Der Deutschland-Achter wird mit Schlagmann Bernd Heidicker Weltmeister in Eton. Ein Jahr später wird die Etablierung in der Weltspitze durch Silber bei der Heim-WM in München bestätigt. Bei den Olympischen Spielen in Peking kam der Achter nicht über Rang acht hinaus.
Dann der Umbruch: Unter dem neuen DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher übernimmt Ralf Holtmeyer wieder das Traineramt des Deutschland-Achters - mit Erfolg: Der neue Olympia-Zyklus wurde promt mit dem WM-Titel in Poznan eröffnet.

